Donnerstag, 29. November 2007

Vorratsdaten für Rechteinhaber

Jetzt wird es sogar mir zuviel. Ich gebe zu, bislang hatte ich keine klare Position zu dem Thema, vielleicht eine kleine Tendenz zu "wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten", solange das ganze unter richterlicher Kontrolle stattfindet und nur in sehr wenigen Einzelfällen durchgeführt wird.

Aber.

Jetzt liegen Pläne auf dem Tisch, dass Vorratsdaten künftig auch Rechteinhabern geschützter Werke zur Verfügung gestellt werden sollen. Und das finde ich schon deutlich jenseits. Es ist eine Sache, den Rechtsstaat zu schützen, eine völlig andere, die wirtschaftlichen Interessen einer Branche zu schützen, die mit modernen Technologien selber nicht klarkommt (und dies sogar noch zugibt). Wenn die sich nämlich durch vernünftige und kundenorientierte Geschäftsmodelle auf so neumodernen Kram wie das Internet eingestellt hätten, wage ich mal die Behauptung, dass es bei weitem nicht so viele Raubkopierer geben würde.

Gottseidank stehe ich nicht alleine da: der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar zu dem Thema:
Der Bundesrat würde sich bei dem aus verfassungs- und datenschutzrechtlicher Sicht ohnehin schon äußerst problematischen Gesetzentwurf für eine unerträgliche Verschärfung stark machen.
Nachtrag, 18:20 Uhr: es ist wohl wirklich an der Zeit, sich ein festeres Urteil zu bilden. Ich werde ein bisserl googlen und eine Linkliste zusammenstellen. Ich habe nämlich schon das Gefühl, dass da zuviel mit Herz und zuwenig mit Verstand diskutiert wird. Da hilft es manchmal, einfach Fakten als Basis zu haben.

5 Kommentare:

  1. "...vielleicht eine kleine Tendenz zu "wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten"..."

    Traurig. Lies mal das hier:
    http://jens.familie-ferner.de/archives/368-Was-soll-die-Aufregung.html

    Sollte auf jeder Webseite zu finden sein der Artikel, damit auch der letzte aufhört, nichts zu verbergen zu haben.

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  2. Nun, zum einen habe ich von einer kleinen Tendenz einer ansonsten (noch) nicht ausgegorenen Meinung gesprochen und nicht von einer 100-%-Überzeugung. Insofern: Respekt vor jedem, der da schon weiter ist.

    Zum anderen regt mich unreflektiertes Gegröle auf (womit ich nicht Dich, anonym, meine), und zwar sowohl bei Befürwortern als auch bei Gegnern: ich behaupte mal, dass 95 % nicht wirklich Ahnung haben, wovon sie überhaupt sprechen (äh... schimpfen, den mit sprechen hat das selten zu tun). Der Autor des von Dir verlinkten Artikels hat sich damit auseinandergsetzt und stellt somit für mich eine Quelle dar, aus der ich mir ein Urteil bilden kann. Aber auch Befürworter haben das getan und für die gilt das gleiche. Wie gesagt, ich habe mir noch kein endgültiges Urteil gebildet und das auch geschrieben.

    Insofern finde ich es schade, dass meine Einstellung gleich mit einem reflexartigen "Traurig" angegriffen wird. Trotzdem danke für den Link.

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  3. [...] Alter Artikel bei mir zu “Vorratsdaten für Rechteinhaber” [...]

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  4. [...] verstehe es langsam echt nicht mehr. Die Musikindustrie soll Zugriff auf Vorratsdaten bekommen, nicht aber das Finanzamt, weil das einen “geschützten Raum der persönlichen [...]

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