Sonntag, 30. Dezember 2007

Andreas Eschbach: Das Buch der Zukunft

Nettes Buch, das. Dachte ich zunächst. Zuerst die guten Seiten: Eschbach lässt politische Aspekte fast völlig aussen vor und vertritt insgesamt eine angenehm neutrale Position, man spürt meist das "adiatur et altera pars", nur selten bezieht er klar Position. Was für diese Art Bücher wahrscheinlich ok ist. Ungefähr in der Mitte hatte ich zwei "Aha-Erlebnisse". Als ich zu einem Thema hinten nachschlagen wollte, welche Quellen Eschbach für eine etwas gewagtere Theorie hatte, musste ich feststellen, dass es überhaupt keine Quellen gibt - und das sind dann doch recht wenige. Dass er alle im Buch angegebenen Informationen und Ideen selbst wissenschaftlich hergeleitet hat, ist für mich ebenfalls nicht wirklich vorstellbar: zuviel klingt vertraut, hat man in Galileo oder P.M. schon mal gelesen oder gehört.

Bei der Gelegenheit bin ich dann an einem kurzen Fragment auf den letzten Seiten hängengeblieben: Stichwort Klimakatastrophe - woran Eschbach nicht wirklich glaubt. Sei ihm zugestanden, die echten Wissenschaftler (also nicht solche wie Eschbach oder meine Wenigkeit) sind sich ja auch noch nicht ganz einig. Aber: er vertritt ernsthaft die Ansicht, die Verwendung von Energiesparlampen in Mitteleuropa sei keine so gute Idee. Die Begründung mit den Schwermetallen könnte ich ja noch halbwegs nachvollziehen, wenn sie denn zutreffen würde*. Aber das eigentliche Argument ist recht überraschend: die herkömmlichen Glühbirnen tragen wesentlich zur Beheizung von Wohnraum bei! Ohne diesen Anteil müsste man die eigentliche Heizung länger laufen lassen, was ingesamt teurer wäre. Mann, sorry, Herr Eschbach, aber das ist gequirlter Mist. Wenn es energetisch wirklich sinnvoll wäre (was vielleicht bei sehr alten Heizungen mit schlechter Kontrolle über den Wirkungsgrad zumindest ansatzweise wirklich sinnvoll klingen könnte), mit Strom zuzuheizen, würde man Zusatzheizungen bauen, die genau für diesen Zweck optimiert sind. Oder die Heizung gegen eine austauschen, bei der es solchen Schwachsinn nicht braucht. Also, Herr Eschbach: entweder ist Dein Onkel bei Osram (wobei die mittlerweile wahrscheinlich auch mehr mit Energiesparlampen verdienen ...) oder das ist nicht ernst gemeint. Oder es ist eine Kontrolle, ob Deine Leser mitdenken. Aber so blöd, das selber zu glauben, bist du nicht, Herr Eschbach. Das Problem dabei ist, dass man den Rest des Buches, den Teil, der plausibel und richtig klingt, dann auch skeptischer sieht. Hm. Vielleicht ist das der Sinn?


*) Wobei einem technisch interessierten, hellen Kopf wie Eschbach sicherlich auch neuere Entwicklungen auf diesem Gebiet bekannt sein dürften - so gibt es LED-Lampen und quecksilberfreie Energiesparlampen.

Nachtrag am 19.1.2008: habe ein bisserl nachgeforscht, es scheint, den Part mit den quecksilberfreien Energiesparlamen muss ich zurücknehmen: Quecksilber wird prinzipbedingt bei allen Entladungslampen benötigt. Aber: erstens nicht viel und zweitens lassen sich die Lampen energiesparend receyclen. Wer mehr wissen will: wie immer bei Wikipedia. Und die Zukunft gehört eh´ der LED.

Freitag, 28. Dezember 2007

Lesebefehl: "Ab die Post"

Ich bin ja schon immer ein heimlicher Verehrer der Kunst von Terry Pratchett. Mit seinem neuen Buch hat er es hinbekommen, dass ich zum unheimlichen Verehrer geworden. Die Rahmenhandlung ist schnell beschrieben: ein Gauner namens Feucht von Lipwig (allein schon für seine Namen muss man Pratchett [und seinen Übersetzer, Andreas Bandhorst] lieben!) wird von Lord Vetinari ... überredet, Postminister zu werden um das marode Postwesen wieder flott zu machen - denn gegen die Übermacht des neuen Klackers (einer Art Telegraph mit Semaphoren) könne nur ein notorischer Betrüger bestehen. Erste Erfolge werden errungen, auch stellt sich heraus, dass der Klacker oder "der große Strang", in der festen Hand von noch größeren Betrügern ist: Finanzinvestoren haben die guten Idee den Erfindern abgepresst und wirtschaften sie nun herunter, um ihren eigenen Profit zu maximieren. Mit Hilfe der Götter, seinem erwachenden Glauben an das Gute und nicht zuletzt der Liebe einer Frau (naja, oder so ähnlich ...) wendet Feucht schließlich alles zum Guten.

Was das Buch faszinierend macht, sind die vielen kleinen Anspielungen und Vergleiche: der "große Strang" steht mal sinnbildlich für das Internet, das Telegaphensystem oder die "Matrix", in der sich die Seelen der im Dienst umgekommenen Klacker-Operatoren tummeln und im "Overhead" der Nachrichten von einem Ende des Strangs und zurück geschickt werden. Auch Hacker und deren Slang fehlen nicht. Ganz großes Kino ist aber, wie Pratchett das Geldsystem erklärt. Der Chef der Kreditbank, Herr Käseburg, hatte mit dem Hauptbösewicht gemeinsame Sache gemacht. Die Bank ist pleite. Oder? Lest selbst:

Erst gegen Morgengrauen trafen seriöse Männer ein. Sie waren älter, dicker und besser gekleidet - aber nicht auffällig, nie auffällig - und bewegten sich mit dem Ernst echten Geldes. Sie waren Financiers, reicher als Könige (die oft recht arm waren), aber in der Stadt kannte sie kaum jemand außerhalb ihres Kreises, und in den Straßen wären sie gar nicht aufgefallen. Sie sprachen leise mit Käseburg, als hätte er einen schmerzlichen Verlust erlitten, und anschließend sprachen sie untereinander, schrieben mit goldenen Drehbeistiften in kleine Notizbücher, ließen Zahlen tanzen und durch Reife springen. Dann wurde eine stille Übereinkunft getroffen, und Hände wurden geschüttelt, was bei diesen Leuten weitaus mehr bedeutete als ein unterschriebener Vertrag. Der erste Dominostein stand wieder still. Die Säulen der Welt zitterten nicht mehr. Am Morgen würde die Kreditbank öffnen und die Gehälter bezahlen. In der Stadt würde weiterhin das Geld fließen. Sie hatten Ankh-Morpok mit Gold gerettet, und viel leichter als irgendein Held mit Stahl. Aber eigentlich war es gar kein Gold gewesen, nicht einmal das Versprechen von Gold, sondern eher die Vorstellung von Gold, der zauberhafte Traum davon dass Gold da ist, am Ende des Regenbogens, und dass es auch weiterhin da sein wird, vorausgesetzt natürlich, man geht nicht hin und sieht nach.
Bevor jetzt Meckereien von den "echten" Fans kommen: ja, ich werde mir das Buch gleich nochmal kaufen, auf englisch. Generell lohnt es sich vermutlich, die Bücher öfter zu lesen, um mehr von diesen Geschichten in der Geschichte mitzubekommen. Ach ja: morgen abend kucke ich "Mort" als Theaterstück in Hamburg.

WikiaSearch - darauf bin ich echt gespannt.

Die Vorschusslorbeeren sind jedenfalls zahlreich, was an Details bekannt ist, klingt wirklich interessant. Der Crawler istwird Open-Source und nutzt brachliegende Rechenkapazitäten von Nutzern (ich gehe mal davon aus, mit deren Einverständnis :) - wie SETI@home seinerzeit (oder gibt es das noch?). Jedenfalls: am 7. Januar ist es soweit und ich bin wirklich gespannt.

Wir sind dann mal weg ...

... drei Tage Hamburg und zwei Tage Heide stehen uns bevor. Hoffentlich wird es nicht zu kalt :) Internet ist dabei, also keine Blogpause - "stay tuned"!

Katzencontent: Largo di Torre Argentina, Rom

Wer es nicht kennt: der Largo ist ein Platz mitten in Rom. Neben einer Ausgrabungsstätte gibt es dort eine weitere Sehenswürdigkeit: viele Katzen. Weitere Informationen und Spendenmöglichkeit auf der Website des Katzenasyls.

Donnerstag, 27. Dezember 2007

Was ich mich wirklich frage:

passiert es häufiger oder bekommen wir es nur häufiger mit?
Bin ratlos.

Musikindustrie: jetzt drehen sie völlig ab.

Natürlich sind immer die anderen schuld: jetzt sollen gefälligst die ISP (Internet-Service-Provider, also die Firmen, die den Internet-Zugang bereitstellen) dafür sorgen, dass keine raubkopierten Musik-MP3s mehr durch das Internet bewegt werden können. Die IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) hat dazu auch konkrete Vorschläge:
  • ganze Protokolle anschalten, die verdächtig sind (konkret die P2P - damit wird ja eh´ nur Schindluder getrieben ...)
  • Inhaltsfilter - der gesamte Datenverkehr wird untersucht, wenn ein Datenpaket verdächtig ist, wird es nicht durchgelassen (das muss man mal zu Ende denken: die wollen den ganzen Internet-Verkehr belauschen!)
  • Blockade bestimmter Server (z.B. allofmp3), die für die Verbreitung von angeblich unzureichend lizensierter Musik bekannt sind.
Letzteres könnte ich mir noch vorstellen, wenn eine "neutrale" Stelle (sprich: ein Richter) die Liste der Server absegnet. Bezahlen soll dies der ISP, der sich ja dafür ein reines Gewissen erkauft. Da ja auch die Kosten für die Vorratsdatenspeicherung die ISP tragen müssen, können wir uns auf steigende Kosten gefasst machen. Allein deshalb verstossen solche Ideen aus meiner Sicht gegen die Verfassung: sie behindert durch steigende Kosten den freien Zugang zu Informationen. Von den Konsequenzen für den Datenschutz möchte ich erst gar nicht anfangen. Und das alles nur, weil eine ganze Branche zu selbstgefällig ist, auf sich verändernde Märkte zu reagieren.

Die Website des deutschen Ablegers ist ein gutes Beispiel dafür, was ich meine: rd. 3/4 der Startseite haben direkt oder indirekt das Thema "Raubkopie". Ist dieser Verband wirklich für nichts anderes da?

Ich denke wirklich darüber nach, überhaupt noch Musik über die klassischen Labels zu beziehen. Als erstes werde ich mir eine Liste der Mitglieder dieser IFPI besorgen und diese dann boykottieren. Die Bands bekommen dann jedes Mal eine ausführliche E-Mail, warum ich ihre neuen Alben gerne gekauft hätte und warum ich es totzdem nicht tun werde. Vielleicht auch endlich ein Anlass, auch mal "andere" Musik zu hören. Hier gibt es zum Beispiel eine kleine Auswahl davon.

Montag, 24. Dezember 2007

Engadget lästert ganz gemein über Hasselhoff

Weil der neue KITT kein Alkohol-Analyse-Gerät an Bord hat, das verhindert, dass man besoffen fährt (die Schweden, diese alten Säufer, haben wohl so ein System tatsächlich schon erfunden). Wo doch jeder weiß: schon der erste KITT konnte selber fahren, also ist so ein Kram gar nicht nötig. Der Traum eines jeden Stammtischbruders - wobei man vermutlich aber dann doch wiederum halbwegs nüchtern sein muss, um einem Dorfpolizisten klarzumachen, dass KITT die Sache schon im Griff hat.

Sonntag, 23. Dezember 2007

Musikindustrie legt sich mit Amazon an

Mann, das ist echt bescheuert: die deutsche Musikindustrie hat reklamiert, dass Amazon auch Import-CD aus anderen Ländern in Deutschland anbietet, die einen Hauch billiger sind, als die Pressungen für den deutschen Markt. Man unterstellte sogar Illegalität.
Diese Dummheiten hier kennen wir ja schon:
aber das hier ist neu:
  • sich mit Amazon, einem der wichtigesten Absatzkanäle, anzulegen.
Und wie reagiert Amazon: richtig, einfach gar keine CDs mehr verkaufen. Wird mir immer sympathischer, der Laden.

Freitag, 21. Dezember 2007

Alte Fotos 18: roter Schalter

Erwähnte ich bereits, dass rote Schalter auf mich eine große Faszination ausüben?

Dual-SIM-Handy mit deutschem Vertrieb

Leider nicht das hübsche mit den netten Funktionen, welches ich schon mal gepostet hatte, sondern ein, nun ja, etwas weniger attraktives Modell mit leicht antiquiertem Funktions- und Leistungsumfang. so gibt es nur zwei GSM-Frequenzen, von UTMS oder EDGE wollen wir gar nicht erst reden. Für den Business-Einsatz also nicht wirklich zu gebrauchen. Immerhin hat es einen Touchscreen und kostet es nur 299 Euro.

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Cool!


Eiskristalle auf einem Holzstück ...

Kopferl kraulen mit dem dreireihigen Energiekamm

Wow, das ist mal ein Gadget: Laut Hersteller aktiviert der patentrechtlich geschützte Energiekamm von CulumNATURA® Energien über die Kopfmeridiane. Drei ineinander verschobene und der Kopfform angepasste Zinkenreihen und eine, in das Zentrum (in der mittleren von 3 Holzschichten) des Kammes eingearbeitete, rechtsdrehende Kupferspirale sollen das bewerkstelligen. Nähere Informationen beim Hersteller :) Ich frage mich, ob die Jungs das ernst meinen. Vermutlich ja, es gäbe wohl einfachere Methoden, Geld zu verdienen ...

Katzencontent: Tina

Mittwoch, 19. Dezember 2007

Mylo 2: das ultimative "mobile device"?

Das Ultimative, immer-dabei, Musik- und Video-spielende, Websurf-taugliche, E-Mail könnende, zur-Not-damit-Arbeit-könnende, viel-Speicher-habende, super-schick-anzusehende und was-wegstecken-könnende Super-Duper-Mobile-Device kommt vielleicht dann doch bald. Un kann ganz nebenbei alles, was eine PSP kann. Blöd, dass ich ganz exakt heute meine PSP mitsamt aller Spiele verkauft habe.

Ach ja, was nirgends steht: kann man damit telefonieren?

Jimmy Wales: Beleidigte Leberwurst? Unheimlich Clever?

Nachdem Google eine Art Konkurrenz zur Wikipedia aufmachen möchte, reagiert einer der Wikipedia-Gründer Jimmy Wales recht ... ungewöhnlich mit einer Suchmaschine. Im Ernst: Der Start des Projektes mit dem Namen Wikia steht unmittelbar bevor, es ist also nicht davon auszugehen, dass es sich um eine Trotzreaktion auf Knols handelt. Es soll eine Art "Open-Source-Google" enstehen, die Algorithmen für das Ranking sollen für jedermann einsehbar sein. Klingt spannend!


Nachtrag, 23:10

Bei der Blogschau fällt mir auf, wieviele Leute doch nicht genau gelesen haben: die meisten unterliegen dem Irrtum, das ganze sei a) neu und b) eine Konkurrenz zu Google.

Man könnte sich auch die Mühe machen, sich einfach mal folgende Seite anzuschauen:

Dienstag, 18. Dezember 2007

naive Gedanken zum Mindestlohn

So wie es aussieht, kann keiner der Experten abschätzen, welche Konsequenzen ein flächendeckender Mindestlohn hat. Das Geeiere der Springer-Tochter Pin gilt nicht: es hat sich wohl schon herumgesprochen, dass die aktuellen Probleme dort eher hausgemacht sind, insoweit sie es nicht sind, werden sie politisiert. Also: wie kann man es herausfinden? Selbst als Befürworter des sich selbst regulierenden Marktes muss man zugeben, dass etwas nicht stimmen kann mit dem System, wenn Menschen vom Lohn für eine Vollzeitstelle nicht leben können. Ganz nebenbei: diese Menschen sind auch Marktteilnehmer, wenn man also über zurückhaltenden Konsum klagt, mag die Ursache dafür auch darin begründet liegen, dass ein nennenswerter Teil der Bevölkerung einfach kein Geld hat.

Der Herr Sinn
Ich wundere mich in diesem Zusammenhang über einen Vorschlag von Herrn Sinn: der Staat soll solche Löhne "auffüllen", bis es zum Leben reicht (Kombilohn-Modell). Weil solche Leute nicht qualifiziert genug sind, um eine zureichende Wertschöpfung zu erarbeiten. Klingt in sich stimmig und von der Warte eines Wissenschaftlers aus ist es das wohl auch - der gute Mann hat das schließlich studiert und tut den ganzen Tag nichts anderes, als über solche Sachen nachzudenken. Aber irgendwie zäumt der Ansatz das Pferd von der falschen Seite her auf, zumindest gefühlt, wenn man soziale Marktwirtschaft als Gesellschaftsmodell begreift. Auch mit freier Marktwirtschaft hat er nicht viel zu tun (haben Sie das mit Ihren Freunden von der FDP abgesprochen, Herr Sinn?). Es kann natürlich sein, dass der Herr Sinn ein heimlicher Fan des bedingungslosen Grundeinkommens ist ... das wäre zumindest konsequent. Ich fürchte nur, die Menschen sind noch nicht ganz soweit: wir haben uns noch nicht genug gelangweilt, um freiwillig zu arbeiten.

Der Unternehmer
Wenn ich einen Businessplan für ein beliebiges Unternehmen schreibe (was ich vereinzelt schon getan habe), ist das Lohnniveau nur ein einziger Parameter von sehr, sehr vielen. Wenn es hoch ist, kann ich trotzdem Erfolg haben, wenn mein Wettbewerb träge ist (bzw. ich weniger träge als der Wettbewerb), der Geldbeutel meiner Kunden voll ist, meine Produkt toll sind und jeder sie haben mag, mein Marketing clever ist ... Viele dieser Aspekte habe ich als Unternehmer selber in der Hand. Wenn ich mir all dieser Parameter bewusst bin, mich an den Markt wage und "verliere" - ist es dann nicht unfair, dem Staat die Schuld zu geben? Oder umgekehrt: ist es nicht ein klein wenig moralisch verwerflich, von vorneherein mit einem Lohnnieveau zu kalkulieren, das unter Hartz IV liegt?

Warum eigentlich die Eile?
Freilich: mal schnell eben einen Mindestlohn einzuführen, der in einzelnen Branchen eine Verdoppelung der Lohnkosten bedeutet, kann die Lösung auch nicht sein. Aber wenn ein Unternehmen in einem Zeitraum von fünf oder vielleicht zehn Jahren nicht in der Lage ist, seine Businesspläne entsprechend zu justieren, versagt es eben kaufmännisch und hat den Verlust von Arbeitsplätzen selbst zu verantworten. Zumal die Regeln für alle gelten. Sorry, so funktioniert die soziale Marktwirtschaft, soweit ich sie verstanden habe.

Einige Artikel zum Thema:

Virtuelle Güter, echter Handel

Den Markt für virtuelle Güter (z.B. aus Second Life oder World of Warcraft) schätzen Mitch Davis und Andrew Schneider derzeit auf rund 1,8 Mrd US-$. Die beiden haben ein Portal konzipiert, mit dem der Handel solcher Güter erleichtert werden soll. Als Partner konnte man schon einige wichtige Marktteilnehmer gewinnen, darunter auch Sony Online Entertainment.

Ich weiß, was jetzt kommt: "Wie blöd ist es denn, Geld für digitale Waren auszugeben!"

Denkt mal kurz darüber nach, wie viele virtuelle Güter ihr schon gekauft habt: Gesprächsminuten, Fernsehsendungen, Düfte ... man gibt kein Geld für Güter aus, sondern dafür, was sie einem nutzen. Und das ist herzlich subjektiv: der eine riecht gerne gut, der nächste braucht einen Porsche, um gut dazustehen und manche glänzen eben gerne in der virtuellen Welt mit trendigen T-Shirts. Suum cuique.

Alte Fotos 17: Havanna

Montag, 17. Dezember 2007

WikiSpoogle: Wissen wir bald zuviel?

Jetzt also auch noch der Spiegel mit einem Wissensportal: im kommenden Frühjahr startet "Spiegel Wissen", ein Joint-Venture der Spiegel-Gruppe mit der Bertelsmann-Tochter Wissen Media Group. Letztere bringen immerhin ihre Lexika und Wörterbücher ein, erstere das komplette Spiegel-Archiv. Angereichert werden soll das ganze mit Inhalten aus der Wikipedia. Acht Redakteure sollen für Qualität sorgen und auch multimediale Elemente ergänzen.

Wirklich neu ist, dass Spiegel-Inhalte künftig kostenlos zur Verfügung stehen, nur die aktuelle Print-Ausgabe soll noch kostenpflichtig sein. Was für mich bedeutet, dass zumindest in diesem Punkt die Zeichen der Zeit erkannt wurden - ist doch davon auszugehen, dass für die Betreiber durch Werbung immer noch genug übrig bleibt. Auf den Aspekt freue ich mich.

Faszinierend ist, warum das Thema "Wissen" zur Zeit so gern genommen wird. Wir haben ja schon seit einigen Jahren einen massiven Trend, man kann geradezu von einem Hype sprechen. Im Fernsehen gibt es "Welt der Wunder", "Galileo" und "Wunderwelt Wissen", wem es noch nicht gereicht hat, darf sich die Wiederholung auf N24 anschauen. Bei den Printmedien gibt es kein Verlagshaus, das keine Wissens-Zeitschrift auf dem Markt hätte, teils sogar mit halbwegs anspruchsvollen Inhalten: FAZ, Süddeutsche, Zeit, alle sind dabei, sogar die gute alte PM erstrahlt wieder wie in alten Zeiten. Wissen in schöne Appetithäppchen geschnippelt für den wachsenden Markt der pisa-verunsicherten Verbraucher. Ich gehe davon aus, dass das neue Portal auch in diese Kerbe schlägt, mithin weniger als Bedrohung oder Konkurrenz zu Wikipedia oder Knols zu sehen sein dürfte.

Ich nenne das mal "Knowtainment". Leider wird man nicht satt von den Wissens-Schnittchen, gleichzeitig erfährt man aber durch den Bauchladen des Wissens, was man eben alles nicht weiß. So konsumiert man immer mehr, ohne je richtig satt zu werden, weil man sich sonst unterernährt, also dumm vorkommt. Das Paradoxe ist, dass man vom angesammelten, eigentlich unnützen Wissen immer fetter, aufgeblähter wird und gleichzeitig immer weniger in der Lage ist, Zusammenhänge zu erkennen. Ein Ausweg ist vielleicht, hin und wieder ein Thema zu vertiefen: intensive Recherche, auch mal ein Wissenschafts-Magazin (ja, da gibt es einen Unterschied!) zu lesen oder gar ein ganzes Buch von einem Experten. Das ist sicherlich nicht jedermann gegeben. Man kann aber auch Dinge einfach mal nicht wissen - sich einfach mal sagen: "Ich weiß ja, wo ich es nachschlagen kann". Das setzt natürlich andere Kulturfertigkeiten voraus, die wir in der Schule nie richtig gelernt haben: Recherchieren, Muster und Schemen erkennen, Transfer herstellen, Wissen vernetzen ... .Wir sind vermutlich mitten in dem oft kolportierten Umbruch: weg vom lexikalischen Wissen, hin zum Strukturwissen. Man könnte es auch Allgemeinbildung nennen.


Weitere Artikel:


Blog-Reaktionen

Sonntag, 16. Dezember 2007

Happy Birthday, Arthur C. Clarke!

Der gute Mann wird heute 90 Jahre alt. Von ihm (ok, Kubrick war auch irgendwie beteiligt) ist immerhin einer meiner Top-5-Filme: "2001 - Odyssee im Weltraum". Auch folgender Satz ist einer der wenigen, die ich aus dem Stegreif zitieren kann:
Jede hinreichend fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.

Samstag, 15. Dezember 2007

brand eins Gewinnspiel 2007-12

Wer hat´s gesagt?
Ich habe herausgefunden, dass alle häßlichen Dinge von denen gemacht werden, die sich eigentlich bemühen, etwas Schönes zu machen, und dass alle schönen Dinge von denen gemacht werden, die etwas Nützliches schaffen wollen.
Mögliche Antworten:
  • Gustav Gründgens
  • Steve Jobs
  • Vivienne Westwood
  • Umberto Eco
  • Thomas Alva Edison
  • Oscar Wilde
Ich tippe auf Oscar Wilde - was meint Ihr?

Bento - fast ein Grund, einen Mac zu kaufen

Filemaker meet BentoIm Ernst, es gefällt mir sehr gut, wie sich Filemaker dem Thema Desktop-Datenbank genähert hat. Sicherlich haben die Jungs Erfahrung, ich habe immer wieder mal Filemaker in den jeweiligen Windows-Versionen ausprobiert. Während die Arbeit damit schon immer ein Genuß war, scheiterte der produktive Einsatz immer an irgendwelchen Kleinigkeiten: entweder waren wesentliche Funktionen nicht oder unvollständig nach Windows portiert worden oder die Software ließ sich nicht sinnvoll (d.h. ohne "Medienbruch") in bestehende Workflows mit "klassischer" Windows-Software integrieren. Oder irgendwelche Tastenkürzel wurden nicht an Windows angepasst, so dass man schon mal einen Datensatz löschen konnte, wo man eigentlich nur eine Liste aktualisieren wollte (F5).

Anyway: wie schon die Produkte des iWork-Paketes legt Bento Wert auf einfachste Bedienung und schnelle, Ergebnisse, weniger auf die allerletzte Funktion und das allerletzte Schräubchen. So sind zum Beipiel für den Umgang mit Kalenderdaten oder Medien (Fotos und so ...) anpassbare Module vorhanden oder lassen sich Listen importieren und abgleichen. So entstehen sehr schnell Workflow-Anwendungen, Projektverwaltungen oder Kataloge. Wer sich für solche Aufgaben schon mal mit Access oder Excel die Finger verbogen hat, weiß eine solche Software zu schätzen.

Für 39 Euro kann man auch über den Preis nicht meckern. Was ich im Netz bis jetzt dazu gefunden habe, lässt mich wirklich ein bisschen neidisch auf die Macianer werden. Nur der Name ... das sind doch diese Tupper-Schüsseln, mit denen man sich das Essen in die Arbeit ("auf Arbeit" für einige Deutsche) mitnimmt, oder?

Auch die Profis ...

... machen manchmal Tippfehler - tröstlich zu wissen :)



Nachtrag 17.12.2007:
noch zwei:

(da fehlt das Wort "an" - sieht man nicht auf Anhieb ...)



Nachtrag 28.12.:


Mir geht es übrigens nicht darum, mich über die Kollegen lustig zu machen. Ich suche auch nicht bewusst nach solchen Fehlerchen (die mir selber zuhauf passieren!). Ich meine nur, dass professionelle Journalisten im Hinblick auf Qualität und Sorgfalt eben auch nicht immer die optimalen Vorbilder sind, als die sie Herrschaften wie der hier oder der hier gerne hinstellen.

Freitag, 14. Dezember 2007

Katzencontent: Oskar

Mein Gott, was für ein Müll.

Als ich letzte Woche über die Show vom Mario Barth geschrieben habe, hatte ich sie ja gar nicht gesehen, nur die Verisse darüber gelesen. Heute dachte ich mir, Peterchen, dachte ich mir, schaust es dir mal an, kann ja nicht schaden, dann kannst du mitreden.

Fehler. Bööööser Fehler.

Ich hätte nicht gedacht, dass es so schlecht ist. Die Stand-Up-Parts vom Barth und vom Panzer waren ja noch ganz ok. Die Frauengags werden zwar langsam auch etwas fader, aber ok.

Der ganze Rest ist peinliche Quatschsoße. Gerade eben haben sie gekocht ("Männerkochen" mit Bunsenbrenner, Kreuzschlitz-Schraubenzieher und Bier), jetzt fährt Paul Panzer mit einem Panzer (!) über den BMW eines Studiogastes. Mannomann, ich kann ja verstehen, wenn sich die Leute Gottschalks "Wetten Dass" geben, aber das hier ist echt jenseits.

Der Untergang des Abendlandes. Alter!

Republik Kugelmugel


Sowas kann es vermutlich nur in Österreich geben. Das, und Hermes Phettberg.

Google schon wieder böse? Frisst Wikipedia auf?

Mal wieder hat Google einen neuen Dienst und mal wieder haben die Trolls nichts besseres zu tun, als über Googles Marktmacht zu schimpfen. Seufz. Wenn die Jungs (komisch, es sind fast immer Jungs) mal die Artikel auch lesen würden ...

Zur Sache: mit "Knols", so der Name des neuen Dienstes, will Google eine Art Wissenmanagement-Plattform aufbauen. Träger von spezifischem Wissen sollen dies anderen interessierten zur Verfügung stellen. So weit klingt dies wie eine Konkurrenz zu Wikipedia, aber aus meiner Sicht ergänzt Knols (zumindest in der Theorie!) zwei wesentliche Aspekte:

Die eine Wahrheit vs. mehrere gültige Wahrheiten
In der Wikipedia wird oft versucht, zu einem Thema die allein seeligmachende Wahrheit zu finden Das bewirkt, dass wichtige, kontroverse Themen zu einer fad gekochten Soße verkommen. Diskussionen finden zwar statt, erschließen sich aber nur den Adepten. Bei Knols sollen hingegen Artikel unterschiedlicher Autoren bewußt nebeneinander gestellt werden. Zudem sind viele Meinungskriege in Wahrheit Glaubenskriege. Wenn wir uns dessen bewusst werden, sind wir in der Regel viel schneller bereit, die jeweils andere Wahrheit zumindest zu tolerieren. Die Frage nach Gott (oder den Göttern) mag hier als Beipiel dienen.

Die Person des Autors
Diese ist bei der Wikipedia fast völlig unsichtbar, was dem Enzyklopädie-Gedanken entspringt und eine Neutralität suggeriert, die nicht immer gegeben ist. Wenn dagegen der Autor bekannt ist und man etwas über seine Hintergründe weiß, kann man auch das, was er geschrieben hat, deutlich besser beurteilen. Das "konsumierte" Wissen wird dadurch aus meiner Sicht etwas weniger gefährlich. Außerdem mag es sein, dass sich mehr Leute berufen fühlen, ihr Wissen weiterzugeben, wenn sie ihren Namen dann im Netz lesen können :)

Das sind nicht unbedingt Schwächen des Konzeptes der Wikipedia, sondern zeigt nur, dass es ergänzbare und komplementäre Aspekte des Wissens gibt, die aber genausogut von anderen Diensten, Anbietern oder Plattformen abgedeckt werden können.

Worauf ich gespannt bin: wie Google das moderieren will. Nach eigenem Bekunden will man nicht eingreifen. Was die Frage aufwirft, was passiert, wenn Zündel und Konsorten ihren Schwachsinn verbreiten, wenn Haunebus und die Protokolle von Zion fröhliche Urständ feiern. Aber das ist kein neues Problem.

Zu Googles Macht (Don´t be evil!) habe ich schon mal etwas geschrieben, ebenso zur Wikipedia

Gerade gefunden: ein sehr schöner Artikel zu Knols auf Wikipedistik
Der Autor weiß schon ein bisschen mehr - die inhaltliche Kontrolle soll über sogenannte "Peer-Reviews" sichergestellt werden, ein Verfahren, welches in der akademischen Welt üblich ist. Praktisch kann man sich das ähnlich vorstellen wie die Bewertungs-Funktion bei Amazon.

Nachtrag 18:00 Uhr: was ich wirklich etwas verwirrend finde: die Blogsphäre scheint sich hinsichtlich des richtigen Namens des neuen Dienstes nicht einig zu sein. Die einen nennen es "Knols", die anderen "Knol". Nach der Lekture des folgenden Posts reime ich mir zusammen: Knol soll als Begriff für eine Wissenseinheit definiert werden. Knols ist die Mehrzahl und gleichzeitig der Name des Dienstes.


Außerdem hier noch der Link zum Post des Google-Miarbeiters im offiziellen Google-Blog zu Gnol

Und bevor ich wieder Mails bekomme: das Bild oben links habe ich selber zusammenmontiert, die Zähne habe ich eigenhändig gezeichnet, es muss mich also niemand darauf hinweisen, dass ich keine Bilder aus dem Internet klauen darf. Die Logos verwursten darf ich, das habe ich nämlich auch nachgekuckt. Wenn es jemand für seine Zwecke verwenden mag: bitte gerne, ich würde mich über einen Backlink und/oder Namensnennung freuen.

Wer noch ein Weihnachtsgeschenk braucht ...

... wird hier sicherlich fündig. Neben Bikinis, deren Nähte sich bei Wasserkontakt auflösen gibt es zudem herrlich sinnfreie Sachen wie Badeenten, Konfettibombem oder ein aufblasbares Ego - sehr geil. Eigene Rubriken wurden geschaffen für 70-er und 80er-Jahre Spielzeug (Edelvarianten der Yps-Gimmicks) und "Persönliche Geschenke" also Schnapps aus dem Geburtsjahrgang des Beschenkten und so Kram.

Link zum Shop "trash.de"

Lukrativer Domainhandel

(pressetext.austria) In Österreich wechselte dieser Tage die Domain 'job.at' für 408 KEuro den Besitzer. Wirkliche große Beträge werden bei Domain-Verkäufen in der Regel vor allem in den USA erzielt, wo selbst Summen in Millionenhöhe nicht als Einzelfall gelten. "Die USA und .com-Domains sind ein ganz eigener Bereich, Deutschland ist derzeit der zweitgrößte Markt, wo langsam auch höhere Preise üblich werden. In fast allen anderen Ländern sind die Deals aber noch wesentlich niedriger angesetzt", erklärt Daniel Kollinger, Domainexperte und Geschäftsführer von NICIT.com, im Gespräch mit pressetext. Die bisher teuerste Domain im deutschsprachigen Raum, an deren Verkauf auch Kollinger beteiligt war, ist poker.de. Sie ging in diesem Jahr um 695.000 Euro über den virtuellen Ladentisch.

Da fällt mir ein: mag jemand meine Domains haben? Ich habe immer wieder mal eine Idee, was man alles machen könnte, melde eine Domain an - und dann bleibt sie liegen. Wobei ich mich gerade frage, was ich einmal mit der Domain "eisenkrass.de" wollte?! Passt irgendwie zu Baggy-Pants.

Donnerstag, 13. Dezember 2007

TED 2: Johne Maeda über simplicity

John Maeda hat viel zu erzählen, und das merkt man auch. Er springt von Thema zu Thema und man hat manchmal Mühe, die Gedankensprünge nachzuvollziehen. Von der Rolle von Mentoren in seinem und jedermanns Leben über aus Pommes zusammengesetzten "Butterfries" (get it?) zu den zehn Regeln und drei Schlüsseln der Einfachheit spannt er doch einen recht weiten Bogen. Auch seine Rhetorik wirkt ein bisschen gehetzt, obwohl er als Professor ("don´t have to work anymore - interesting businesscase!") das eigentlich besser können sollte.
Aber das macht überhaupt nichts, denn er redet nicht nur viel, sondern auch kompakt - er sprüht regelrecht vor interessanten Gedanken. Die wesentliche Erkenntnis über "Einfachheit" vs. "Komplexität": erstere macht Spaß, wenn sie uns unangenehme Dinge (Arbeit!) vom Hals hält, letztere geht dann in Ordnung, wenn sie Spaß macht - klingt komisch, ist aber so.



Ich finde es übrigens bemerkenswert, dass es kein "schönes" Wort für "simplicity" im Deutschen gibt. "Einfachheit" holpert, oder?

Die Lego-Website - für das Kinde im Manne

Foto: Screenshot von www.lego.comWie versprochen ein kleiner Rundgang durch die Lego-Website. Was hier generell sehr auffällig ist: Lego ist kein kleines europäisches Unternehmen mehr, man zielt ganz deutlich auf den amerikanischen Markt und seine Besonderheiten. Das mache ich zum Beispiel an der Anmutung der einzelnen Produkte der Produktlinie "City" fest, es wirkt alles ein wenig wie eine amerikanische Vorabendserie. Auch die Polizei wurde nicht lokalisiert und kommt in schwarz-weiß daher.

Leider habe ich noch etwas zu meckern: die Mehrsprachenfunktion des CMS scheint einen kleinen Bug zu haben, so dass man öfter mal auf den amerikanischen Seiten landet und auch nicht mehr ohne weiteres zurückkommt.

So, jetzt aber zu den angenehmen Dingen: Neben vielen Bildern und einigen eher kindlichen Flash-Games wird das gesamte Produktangebot im Detail gezeigt. Sehr schön ist die "Design-School" für die Technic-Kästen - leider nur auf Englisch. Mein absoluter Favorit ist aber (war klar) der "LEGO Digital Designer" - eine Software zum Herunterladen (für Mac und Windows), mit der man LEGO-Basteln kann ohne Beschränkungen. Wenn man ein Modell fertig hat, kann man sich sogar eine Bauanleitung erstellen lassen! Und wem das noch nicht reicht: man kann sie die echten Teile barechnen und Zuschicken lassen! Zur Verfügung stehen so ziemlich alle Steine, die es in "echt" auch gibt. Ist das geil, oder was? Einziger Nachteil: der Ärger mir meiner Frau ist quasi vorprogrammiert.

Natürlich gibt es auch eine Prise Web 2.0: in einer Community kann man seine Modelle bewerten lassen und andere bewerten, LEGO-Comics anschauen etc. Sind ganz witzige Sachen dabei :) Hier wiederum gefällt mir die internationale Ausrichtung der Website: die Community macht auch nicht an den Landesgrenzen halt.

Mittwoch, 12. Dezember 2007

zuviel politisches Geschimpfe hier

Ich merke gerade, dass die gesunde Mischung derzeit etwas kurz kommt - immer nur Gemecker über das, was andere denken und sagen ...

Morgen kommt wieder fröhliches:
  • was es bei Lego alles auf der Website gibt
  • John Meade über "simplicity patterns"

Der Herr Graff und die Idiotae

Dieser Post wird nicht so lange wie der über den Herrn Konken, denn vieles wurde schon dort gesagt.

Man findet in dem, was gemeinhin als Blogosphäre bezeichnet wird, sicherlich haufenweise anonyme Schmutzfinken und unprofessionelle Möchtegern-Journalisten, da hat Herr Graff schon recht. Bei ihm geht es aber so weit, dass er nur Journalisten zugesteht, eine eigene Meinung öffentlich zu machen, zu publizieren. Dass auch Nicht-Journalisten durchaus in der Lage sind, Medien zu nutzen, sich eine eigene Meinung zu bilden, ist ihm sicherlich auch klar (oder?). Diese Meinung in einem Blog oder Forum zur Diskussion zu stellen, ist für mich nur ein kleiner und logischer Schritt - er scheint dies als Angriff auf seinen Berufsstand zu verstehen. Was dieser Tage nicht unüblich ist.

Weiterhin macht er den für viele Journalisten typischen Fehler, zu pauschalisieren und zu verschlagworten. Das ist bis zu einem gewissen Punkt normal: für ein differenziertes Bild hat ein Journalist heutzutage wenig Zeit, ausserdem müssen Gedanken den Lesern vorgekaut werden, damit sie verstanden werden. Ganz nebenbei hilft ein klares Profil mit markigen Sprüchen der Selbstvermarktung, auch wenn man die Dinge, die man erzählt, nicht unbedingt selber glaubt. Die Hinterbänkler eines jeden Parlaments machen es doch genauso: man sucht sich ein Thema, das einem halbwegs liegt, wartet auf das Sommerloch und vertritt dann eine provokante These, die Widerspruch provozieren muss. Richtig in die Suppe hauen - so wird man ministrabel.

Einen wesentlichen inhaltlichen Aspekt blendet er auch aus: ohne Blogosphäre wäre die Diskussion über Vorratsdatenspeicherung (inklusive dem gerade für Journalisten so wichtigen Zeugnisverweigerungsrecht) deutlich leiser. Dass sich auch daran ein großer Haufen Schreihälse beteiligt - mein Gott, warum soll es in der Blogosphäre anders zugehen als im Bundestag oder bei der DJV-Tagung? Das muss man abkönnen in einer Demokratie.

Und dann ist da noch die Sache mit dem Glashaus (ich pauschaliere hier auch ein bisschen :). Wenn man objektiv die Qualität von Journalismus messen könnte, würde ich mal behaupten, dass sich die Profis auch nicht immer mit Ruhm bekleckern. Belanglosigkeiten, schlampige Recherche, miserable Rechtschreibung und Verleumdungen sind da eben auch an der Tagesordnung. Und führen zu dem interessanten Effekt, dass ich lieber Niggemeiers BILDblog lese als die BILD.

Ach ja, die SZ ist künftig auch nicht mehr auf meiner Leseliste. Gute Nacht.

Nachtrag vom 18.12.2007: Mein Gott! Wozu die Aufregung! Man hat mir zugetragen, der Herr Graff sei nur stellvertretender Chefredakteur der Online-Ausgabe der SZ! Und ich hatte tatsächlich gedacht, er wäre jemand wichtiges ... tja, da muss ich mich wohl verlesen haben. Gottseidank darf ich das, im Gegensatz zu einem echten Journalisten :)

RIAA-Prozess: Musikindustrie gegen Volk

Auch in den US of A gibt es dumme Gerichtsverfahren, nicht nur bei uns. Dieser Tage berichtet die einschlägige Presse (Golem, heiseetc.) von einem Verfahren der RIAA (Verband die Musikindustrie) gegen böse Raubkopierer. Derzeit gilt eine Beweispflicht dafür, dass ein Beklagter wirklich etwas verbotenes getan hat. Um diese zu umgehen, postuliert der Verband, dass nicht erst die Verbreitung von MP3 strafbar sein soll, sondern bereits die Herstellung der MP3 von eigenen CDs, das sogenannte "rippen" - damit hätte man es deutlich leichter, irgendetwas zu beweisen, zudem wäre eine Gelddruckmaschine erfunden.

Wieder mal ein klassisches Beispiel dafür, dass da ein ganzer Industriezweig seine eigenen Kunden für das eigene Scheitern verantwortlich macht und dabei Ursache und Wirkung verwechselt. Innovative Produkte kaufen Leute gerne, es gibt auch Beispiele, die das zeigen. Sicherlich kann man in modernen Zeiten für ein einzelnes Album nicht mehr soviel verlangen - aber dafür ist doch der Markt insgesamt größer: viel mehr Leute hören viel mehr und viel öfter Musik - also, liebe Musikindustrie: wer nimmt Euch denn etwas weg? Ihr müsst nur kapieren, dass Euer Produkt keine Plastikscheiben sind, sondern Musik! Dann klappt das auch weiter mit dem "fairen" Geldverdienen, dann muss mein seinen eigenen Kunden nicht die entgangenen Gewinne wegklagen.

Wenn das Gericht dieser Argumentation folgt und das ganze dann noch nach Europa schwappt, kommen harte Zeiten auf mich zu: ich habe fast meine komplette MP3-Sammlung auf diesem Weg erzeugt.

James Dyson und seine schönen Maschinen

Ja, ich gebe es zu: ich habe mir vor geraumer Zeit einen Dyson-Staubsauger gekauft, weil er einfach geil aussieht. Das Ding wurde ganz klar für Männer gestaltet, sieht es doch aus, wie ein recht großer Lego-Bionicle-Roboter. Was nebenbei ganz praktisch ist: er saugt auch noch besser, als alles, was ich vorher hatte - das sollte auch mal gesagt werden.

Das Ding auf dem Foto heißt "Dyson Airblade" und soll das gleiche tun wie ein Händetrockner auf dem Kneipenklo - mit dem Unterschied, dass es wirklich funktioniert.
Nebenbei: ich werde mir heute abend mal die Website von Lego näher anschauen (habe gerade nachgeschlagen, wie sich dieses Bionicle schreibt), ich glaube, da gibt es einiges zu entdecken ...

Geil.


Einfach nur Geil.

Gefunden bei Jojo

Ärgernisse beim Fliegen

Phasenweise muss ich recht viel fliegen, obwohl ich sehr viel lieber Bahn fahre. Fliegen ist hektisch, verschenkte Zeit und macht halt gleich überhaupt gar keinen Spaß. Unter anderem wegen solcher Ärgernisse, wie sie die Delta-Airlines in netten kleinen Filmchen beschreibt, zum Beispiel der hier:



Artikel bei Spiegel-Online

Sega & NeuroSky - einer der Fälle ...

... wo ich nicht weiß ob ich es cool finden soll (weil ich ein fauler Mensch bin) oder ob ich Angst haben soll (Borg, Matrix ...).

Jedenfalls planen Sega und NeuroSky ein Mensch-Maschinen-Interface, das die Steuerung von Computern per Gedanken ermöglicht. Dass so etwas grundsätzlich in sauteuren Laborumgebungen machbar ist, war mir klar, aber dass wir schon auf der Stufe "Unterhaltungsindustrie kauft sich die Technologie und buttert richtig Kohle rein" sind, kommt etwas plötzlich für mich.

via [Wired.com]

Dienstag, 11. Dezember 2007

Alte Fotos 16: Kreta

Doris Lessing über Internet und "diese Jugend!"

Heute morgen musste ich mich ziemlich über eine verbitterte ältere Dame aufregen. Doris Lessing hat in ihrer Nobelvorlesung (die sie aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst vortragen konnte) gleich mehrfach deutlich gemacht, dass sie wohl einige Entwicklungen der letzten knapp 50 Jahre nicht mehr ganz verstanden hat.

Sie prangert an:

Die Kinder wissen immer weniger über die Welt in der sie leben, weil sie zu wenig lesen.
Ich würde lügen, wenn ich nicht der Ansicht wäre, dass Lesen bildet. Ich habe immer viel gelesen und halte immer noch einen Schnitt von zwei bis drei Büchern pro Woche. Aber: es gibt andere Medien, die sinnvoll eingesetzt, genauso viel zur Bildung beitragen können wie ein Buch. Manche Zusammenhänge werden durch Bilder, O-Ton oder Schemas transparenter, als durch einen Roman.

Menschen verbringen den Tag mit dem Internet und seinen Belanglosigkeiten (wie bloggen oder bluggen).
Es gibt recht viele Menschen, die es schaffen, ihr ganzes Leben mit Belanglosigkeiten zu verbringen ganz ohne dafür zwingend das Internet zu benötigen. Und sicherlich gibt es ein paar Internet-Junkies. Der überwiegende Rest der Internet-Nutzer tut genau das: es nutzen. Und selbst belanglose Blogs sind meiner Ansicht nach der demokratischen Bildung zuträglicher als passiv konsumierte Boulevard-Zeitungen. Dass nicht in jedem ein Tucholsky steckt: geschenkt.

Sie vermisst in der westlichen Zivilisation den "Hunger nach Büchern".
In der Rede beschreibt sie in fast rührseliger Weise, wie wertvoll in der dritten Welt Bücher sind. Ich bestreite dies auch nicht. Auch bewundere ich ihr Engagement, Bücher dorthin zu schaffen. Aber: Den unterstellten Gegensatz, nämlich, dass der westliche Kulturkreis Bücher nicht mehr zureichend schätzt, sehe ich nicht. Wieviele Bücher werden heutzutage jährlich herausgebracht (und vermutlich zum Teil sogar gelesen)? Wieviele waren das zur Jugendzeit von Frau Lessing? Ich antizipiere mal folgende Replik: "Ja, aber das waren damals sehr viel bessere Bücher, heutzutage wird ja nur noch Schund gedruckt!" Jaja, früher war halt alles besser ...


Hier muss ich noch etwas einschieben, quasi die Antithese: Diese eine da aus dem literarischen Quartett, Name tut nichts zur Sache, die mit der sich der Reich-Ranicki immer gezofft hat, irgendeine Österreicherin mit einem Besteck als Namensbestandteil ... äh - wo war ich?
Ach ja: Frau Löffler hat letzte Woche etwas ähnlich verschlüsseltes gesagt, nämlich, dass die Flut der Bücher heutzutage es unmöglich macht, noch halbwegs hinterher zu kommen, es bleibe keine Zeit mehr, einzelnen Werken den ihnen gebührenden Respekt zu zollen. Und das findet sie schade. Das Problem ist halt, dass diese Leute etwas nicht verstanden haben:
  • Ja, es wird immer einfacher, Bücher herauszubringen.
  • Ja, es werden immer mehr Bücher und immer weniger Buchhandlungen.
  • Ja, es ist sicherlich auch viel Schund dabei (wobei ich ab und an auch gerne guten Schund lese ...).
  • Ja, es kann verschiedene Literaturen geben, auch solche, die alte Kritiker nicht verstehen.
  • Ja: wenn Literaturkritiker nicht mehr mitkommen, wird sich vielleicht auch die Kritik demokratisieren: Amazon und andere Online-Händler (sic!) zeigen mit Bewertungssystemen sehr eindrucksvoll, wie das geht.

Und das ist vielleicht die Angst, die hinter solchen - sorry Frau Löffler - schwachsinnigen Kampfthesen steckt: überflüssig zu werden. Davor hat jeder Angst, und dann beschwört man schon gerne mal seine eigenen Glanzzeiten (siehe dazu unten auch weiter beim Stichwort Baggy-Pant).
Noch ein Nebensatz zur Aufmerksamkeit für Bücher: es gibt welche, die im Internet von ihren Fans regelrechte Schreine erhalten - das sind in der Regel nicht solche, die von renommierten Kritikern rezensiert wurden.


Ältere Leute begreifen erst, wenn die mit jüngeren reden, wie sehr lesen bildet.
Es ist es extrem unfair, von einem Heranwachsenden zu erwarten, dass er genauso viel weiß, wie jemand der bereits einiges erlebt hat. Dabei geht es aber weniger um angelesenes, lexikalisches Wissen, sondern um Lebenserfahrung, die sich ganz wesentlich dadurch bildet, dass man in der Lage ist, Informationen sinnvoll zu vernetzen. Sicherlich trägt lesen dazu bei, solche Vernetzungen zu schaffen, aber Fernseh-Reportagen, Wikipedia und Gespräche mit Mitmenschen eben auch. Wer nur Bücher liest, den würde ich als Autisten bezeichnen, nicht als gebildeten Menschen.

Mein Opa war auch immer betroffen, weil ich nicht alle Flüße Bayerns aufsagen konnte, weil wir es schlichtweg in der Schule nicht mehr auswendig lernen mussten. Wozu auch, es gibt ja Atlanten, in denen man nachschauen kann? Irgendwie hat er aber gefühlt, dass es heute andere Prioritäten in der Bildung gibt: unsere Welt ist deutlich komplexer als die meines Großvaters.

Und noch ein Blick in die Vergangenheit der Frau Lessing (ok, in die Zeit, als sie aufgewachsen ist): Da wurden die Kinder durch autoritäre Schulsysteme gezwungen, bestimmte Texte zu lesen - und haben vermutlich danach nie wieder gelesen. Eine klitzekleine Elite durfte mehr lernen, der Rest war eh´ ein Fall für die Fabrik oder den Herd. Man könnte jetzt einen Fortschritt konstruieren: immerhin lesen die Leute heutzutage leicht verdauliche, weil vorgekaute Schlagzeilen-Häppchen ... ok, das ist nicht wirklich besser. Aber halt auch nicht schlechter als damals.

Schließlich: es ist definitiv "out" über nachfolgende Generationen zu konstatieren, diese taugten weniger als die eigene. Der Drang zum Lästern ist verständlich - ich finde zum Beispiel Baggy-Pants wirklich extrem albern - aber über das, was ich mit 16 getragen habe, hat die Geschichte bereits ihr gerechtes Urteil gefällt. Und über das, was ich damals gedacht habe sowieso.

Noch ein bisschen O-Ton:
Wie werden wir uns, wie wird sich unser Geist verändern durch dieses neue Internet, das eine ganze Generation mit seinen Belanglosigkeiten verführt hat, sodass selbst einigermaßen vernünftige Leute zugeben, dass man sich nur schwer losreißen kann, wenn man einmal süchtig ist, und es sein kann, dass auf einmal ein ganzer Tag mit Bloggen und Bluggen und so weiter vergangen ist.


Nachtrag 12.12.2007: Eine Nacht darüber geschlafen habend verstehe ich, warum ich mich überhaupt aufrege: Wenn ein Bild-Leser so etwas geschrieben hätte, würde mich das nicht jucken. Wenn dagegen ein Mensch, den ich normalerweise für sein Nachdenken sehr schätze ...

Zu faul zum Bloggen

Montag, 10. Dezember 2007

Falls mal jemand etwas auf Papier schreiben muss ...

Engländer halt. Ein Volk mit einem solchen Humor muss man einfach lieben. Bitte die auch Kommentare lesen!

via [Kaiserschmarrn]

<= Auf Deutsch ist es leider nicht ganz so lustig - vermutlich auch ernst gemeint.

Commodore 64

Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie mein Onkel versucht hat, mir auf dem Ding Programmieren beizubringen. Ich wusste eigentlich gar nicht so genau, wozu das gut sein sollte, kapiert habe ich es jedenfalls damals nicht wirklich. Aber man konnte Frogger spielen, und Pacman. Später hatte ich dann selber einen und dann kamen Paradroid, Uridium ... Tja, richtig programmieren kann ich immer noch nicht, aber zu PHP hat es dann doch gereicht :)

Warum ich das alles erzähle? Wunderschöne Bildstrecke bei Wired.com!

Die Leute im Europäischen Patentamt ...

... verstehe ich schon irgendwie. Wenn man sich zu einer grundsätzlichen Aussage zur Patentierbarkeit von Software hinreißen lässt, steht man vielleicht in 50 Jahren als Verursacher der nächsten Wirtschaftskrise in den Geschichtsbüchern - und zwar egal, wie man sich letztlich festlegt. Und so ist es dann nicht verwunderlich, dass die Aberkennung eines Patents von Amazon (konkret das "Geschenk-Patent") eher aus formalen Gründen erfolgte.

Im Verlauf des Verfahrens fiel folgende Aussage eines Patentprüfers:
Die Computer waren schon immer in der Lage, das zu tun. Sie haben sie lediglich dazu programmiert!
Damit lässt der anonym zitierte Mitarbeiter des Patentamtes erkennen, dass er kein allzugroßes Vertrauen in die Patentierbarkeit von Software hat. Dazu kann man inhaltlich stehen wie man mag - ich halte die Begründung für gefährlich, weil ein kleines Stück zu global - als nächstes werden Patente mit folgender Begründung abgelehnt:
Die Natur war immer schon in der Lage, das zu tun. Sie haben lediglich die Gesetze der Physik ausgenutzt!
Artikel bei Golem

Friedhöfe sieht man im TV ...

... tatsächlich eher selten. Haben sich auch ein paar Geschäftlemacher Entrepreneure gedacht und einen Themenkanal ins Leben gerufen. Anfang 2008 startet in Deutschland der neue TV-Sender Etos TV, der sich mit dem ungeliebten Thema Tod auseinandersetzt. Der Gründer (in der Pressemeldung heißt er mal "Schmidt" und mal "Schneider", konnte sich die PR-Agentur wohl nicht entscheiden) hatte die Idee bei einem Gespräch mit einem Bestatter (wird doch nicht er hier gewesen sein?).

Der neue Sender will vor allem die ältere Generation ansprechen und auch vor Tabuthemen wie Organspenden oder Hospiz (kann mir jemand erklären, warum das ein Tabuthema sein soll?) nicht halt machen.

Spezieller Service sind die Nachrufe: künftig kann man seiner Trauer nicht nur über banale Zeitungsanzeigen Ausdruck verleihen, nein, mit "professionellen produzierten" Videos geht das jetzt per Fernsehen! Auf der Website kann man sich ein paar Demos anschauen. Habe ich jetzt nicht gemacht, weil ich Angst vor dem sich zweifelsohne einstellenden Lachkrampf habe.

Samstag, 8. Dezember 2007

Fotografica bei ebay ...

... habe ich ein paar eingestellt, außerdem meine PSP, die ich einfach nicht oft genug nutze. Vielleicht mag das wer haben:
Ich hätte außerdem noch eine Minolta 9000, diverse AF-Objektive und sonstiges Zubehör und auch aus der Vor-AF-Zeit noch zwei Minolta-Bodys mit einigen recht passablen MD-Linsen. Die werde ich auch demnächst in die Bucht packen, ausser es findet sich vorher jemand über diesen
Weg. Genaue Liste dann auf Anfrage.

aktuelle Fotos: Sonnenuntergang gerade eben

Illustre Gesellschaft, VOLKS.HIRN

Heute abend ist ja diese "Licht-Aus"-Aktion. Schön und gut, machmer halt für fünf Minuten das Licht aus und danach wieder an. Tut ja nicht weh. Jetzt lese ich gerade, dass Google sich an dieser Aktion beteiligt. Und dass die Bild da auch dabei ist. Von der Google-Startseite:
"Die Klimaschutz-Kooperation „Rettet unsere Erde" von BILD, BUND, Greenpeace und WWF ruft gemeinsam mit Google und ProSieben jeden Einzelnen zum Handeln auf."

Wow, das ist verwirrend, ich kann mich an Zeiten erinnern, da hat die BILD den BUND noch für staatsfeindlich gehalten, Greenpeace sowieso, wobei die schon fast Terroristen waren.
Jetzt kommt vielleicht bald das "Volks-Schlauchboot" zum Walfang-Verhindern oder das "Volks-Vogel-Beobachtungsset" mit Fernglas, Bestimmungsbuch und Gummistiefeln.
Wobei endlich mal ein "Volks-Hirn" angebracht wäre, eventuell in Kooperation mit der Gesamtschule Sprockhövel-West, aber das nur nebenbei. Jedenfalls bin ich jetzt etwas orientierungslos, da mein kultureller Leitstern darniedersinkt ...

Der Kurti und die Manager-Gehälter

Also, ich bin ja für soziale Gerechtigkeit und alles. Aber man kann es auch übertreiben: der Kurti möchte ein neues Gesetz (wir haben noch nicht genug, neinnein ...), das verhindern soll, dass Manager zu hohe Abfindungen bekommen. Mit dem ersten Teil der Argumentationskette kann ich mich dagegen sehr gut anfreunden, der Transparenz: zu wissen, wieviel die Herrschaften verdienen, würde wohl nicht schaden. Man kann ja - ganz kaufmännisch - daneben schreiben, was dafür geleistet wurde. Dann würde vielleicht eine Art Regulierung greifen. Wenn dann ein unanständiges Maß erreicht wird, könnte man gleich die Gewerkschafter und Betriebsräte neben den Manager an den Pranger stellen - die haben in der Regel so etwas immer mit entschieden.

Freitag, 7. Dezember 2007

Sooo schlecht ist unser Staat wohl doch nicht ...

... denn immerhin findet ja eine Diskussion statt. Schon bemerkenswert, dass ein hochrangiger Bundesanwalt sagen kann, dass die Online-Duchsuchung vermutlich gar nicht sooo clever ist. Ohne Herrn Griesbaum, immerhin stellvertretender Generalbundesanwalt, genauer zu kennen - ich gehe mal nicht davon aus, dass so jemand als utopischer Spinner im engeren Sinne bezeichnet werden kann. Sogar ein FDP-Mensch darf so etwas sagen, ohne gleich für fünf Tage verhaftet aus der Partei geworfen zu werden, und das obwohl er im Ländle sogar Öttingers Justizinister ist. Bemerkenswert.

Statistiken, die die Welt nicht braucht

61 % der deutschen Online-Nutzer (sic!) würden lieber auf das Fernsehen verzichten als auf das Internet-Surfen. Sagt Fittkau & Maaß. Abgesehen von der zweifelhaften Auswahl der Befragten (ein Standard-Trick bei Statistiken) ist hier die Art der Fragestellung Blödsinn. Ich will es mal so sagen: es gibt von der Firma auch sinnvolle Auswertungen, ich schätze mal, diesen sinnentleerten Schwachsinn packt man halt nach vorne in die Pressemeldungen, weil es cool klingt. Ach ja, die eigentliche, wesentliche Aussage richtet sich an die werbetreibende Wirtschaft: "shiftet mal langsam Eure Budgets in Richtung "online", wenn nicht schon passiert ..."

Coca-Cola in there.com

Diese Nachricht finde ich in zweierlei Hinsicht bemerkenswert:
  1. trotz des nachlassenden Medienhypes wagt sich ein Major-Brand in die virtuelle Welt
  2. nicht in Second-Life, sondern im wesentlich weniger bekannten there.com

Was ich von virtuellen Welten halte, habe ich ja schon das eine oder andere Mal hier geschrieben :)

Foto von there.com

Alte Fotos 15: Ronda

Nochmal Ronda in Andalusien - um meine heutige Blogfaulheit zu überbrücken :)

Donnerstag, 6. Dezember 2007

Es sagte: Theres Brunner

Zum Thema Touristen in Lansing:
De san zwar deppert, aber net dumm!

Wer sucht hier bitte nach "alte sauen"?!

Und: was muss ich mir darunter vorstellen?

Langsam aber sicher wird mein Blog offensichtlich auch für Google attraktiv, jedenfalls bekomme ich immer mehr Besucher von da (kann mir mal jemand erklären, warum ich trotzdem immer noch nur PR 0 habe?!). Jedenfalls wird es immer lustiger, die Liste der Suchbegriffe zu lesen, aufgrund derer die Besucher zu mir gefunden haben - ich unterstelle mal (wie in diesem Fall), dass sie nicht immer finden, was sie erwartet haben ...

Diese doofe Wikipedia!

Die könnten sich ja auch mal festlegen, ob sie links- oder rechtsextrem sind - oder für oder gegen die Scientology. Ach - das ist ein lexikalisches Nachschlagewerk meinen Sie? Ich dachte immer, das wäre eine Propaganda-Plattform ...

Na, das ist jetzt aber gemein von Ihnen, das hätten Sie der Parteivize der Linken, Frau Katina Schubert ja auch sagen können, bevor sie die Wikipedia verklagt hat, weil da ein Nazi-Symbol zu sehen ist. Jetzt hat sich die armen Frau ganz umsonst zum Gespött gemacht. Tsts ...

Blog-Kommentare: bald nur noch mit Anwalt

Es ging ja schon durch die einschlägigen Portale (z.B. hier bei Golem): Niggemeier hat vor dem Hamburger Landgericht den kürzeren gezogen, wie schon heise (warum keine Meldung bei denen? komisch ...) vor ihm. Es herrscht Unverständnis allerorten. Man stelle sich vor: der Mann schreibt einen Artikel, den ein Depp vor dem Herrn unflätig kommentiert - Sonntag (!) morgens um 3:37 Uhr - Niggemeier entfernt diesen ungefragt (!) am gleichen Tag um 11:06 Uhr (!). Gericht und Kläger (über den der Artikel eigentlich ging) waren sich einig: das dauerte ihnen zu lange.

Faktisch bedeutet das, dass jeder Blogger erstmal seine "Kommentar-prüfen-Funktion" aktivieren wird (habe ich jedenfalls gerade gemacht). Aber das ist aus meiner Sicht nicht das Problem. In der Folge werden jetzt die Gerichte bei einem vielleicht grenzwertigen Kommentar, der einer angegriffenen Firma/Person/Partei mit zuviel Budget für Rechtsstreitigkeiten sauer aufstößt, argumentieren: "Den Kommentar haben Sie ja sogar selber freigegeben, da muss man ja schon eine Störerschaft unterstellen!" Das Resultat: Meinungen werden immer mehr normiert und können nur noch veröffentlicht werden, wenn sie risikolos sind. Das sind aber nicht immer die moralisch richtigen, wie die Geschichte zeigt.

Dass ich von Skinheads eine in die Fresse bekomme, wenn ich eine aus deren Sicht unpopuläre Meinung habe - ok, damit kann ich leben. Das sind in der Regel Idioten, die es nicht besser wissen. Dass mir aber der Staat einen reinwürgt, weil ich ein Plattform für die Ausübung freier Meinungsäußerung biete, ist schlichtweg nicht akzeptabel. Das mag naiv sein, aber so sehe ich das.

Wie soll ein "normaler" Blogger ohne Jurastudium und ohne Rechtschutzversicherung überhaupt noch Kommentare zulassen? Aus meiner Sicht geht damit eine der wesentlichen Errungenschaften der Demokratisierung durch das Web dahin.

Update 10.12.2007:
"Der Medienexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Joachim Otto, äußerte sich besorgt wegen des Urteils, das seiner Meinung nach die Presse- und Meinungsfreiheit gefährdet." berichtet Golem heute.

Eine Art GEZ für Tauschbörsen ...

... schlägt die Vereinigung kanadischer Songwriter vor. Jeder Internet-Anschluss soll pauschal mit 5 kanadischen Dollares bepreist werden. Schlagt mich, ich finde die Idee irgendwie gar nicht so unclever ... jedenfalls schlauer als DRM.

Artikel bei heise.de

Mittwoch, 5. Dezember 2007

OQO e2 - haben mag!

Das Ding kann wahrscheinlich sogar telefonieren und ist ein richtiger Computer. Damit lache ich jedes iPhone-Fashion-Victim aus! Ok, sieht nicht gaaanz so hübsch aus, aber ... Kostet schlappe 1600 Euros, wer noch ein Weihnachtsgeschenk für mich sucht, käme damit also recht billig weg ...

Kennt jemand das Peterchen-Prinzip?

Danach hat heute jemand bei mir gesucht ... ich meine, ich kenne das Peter-Prinzip, da geht es darum, dass Leute in Firmen solange befördert werden, bis sie eine Stufe erreicht haben, auf der sie vollkommen nutzlos sind. Oder so. Genauer weiß es sicher die Wikipedia. Jedenfalls gibt es offensichtlich noch kein Peterchen-Prinzip - Zeit eines zu erfinden!

Wikipedia, noch ein Linktipp

Passt ja gleich dazu: der Stern hat sich die Mühe gemacht und einige skurile Wikipedia-Einträge gesammelt. Mein Highlight: wie spricht man englische Bandnamen mit einem Gag-Umlaut (Motörhead) aus? Bringt mich gleich wieder auf die Idee für eine Serie hier im Blog ...

Wikipedia besser als Brockhaus. Oder?

Die Online-Enzyklopädie Wikipedia stellt das Internetangebot des renommierten Brockhaus http://www.brockhaus.de/nachschlagen klar in den Schatten. Laut einem aktuellen Test im Auftrag der Zeitschrift stern schneidet das Mitmach-Lexikon, das von Internetnutzern gestaltet wird, insgesamt weit besser ab als der von professionellen Redakteuren betreute Brockhaus. Im Test wurden 50 zufällig ausgesuchte Beiträge aus den Gebieten Politik, Wirtschaft, Sport, Wissenschaft, Kultur, Unterhaltung, Erdkunde, Medizin sowie Geschichte und Religion von Experten des Instituts "Wissenschaftlicher Informationsdienst Köln" überprüft. Als Kriterien wählten sie Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität und Verständlichkeit, die nach Schulnotensystem bewertet wurden.
Wikipedia erreichte bei dem Test die Durchschnittsnote 1,7 und liegt damit um eine ganze Stufe besser als der Online-Brockhaus, der nur mit 2,7 bewertet wurde. Besonders gut schnitt Wikipedia in punkto Aktualität ab.

Spontan freue ich mich über diese Nachricht, da Wikipedia "gefühlt" etwas Basisdemokratisches hat, während der Brockhaus (ebenso "gefühlt") eher für konservatives, leicht angestaubtes Wissen steht. Aber irgendwie gibt mir folgendes zu denken: was wäre, wenn sich alle Anbieter von Nachschlagewerken geschlagen geben würden und "aufstecken"? Gegen diese Konkurrenz kann man schließlich nicht anstinken ... und dann Google kommt, und den ganzen Laden aufkauft? Es gäbe ein Quasi-Monopol auf Wissen. Da kann Google noch zu "gut" sein, das kann nicht gutgehen. Vielleicht ein Grund, hin und wieder mal in den Brockhaus zu schauen, und sei es nur, um zu vergleichen.

Dienstag, 4. Dezember 2007

Einestages ... ich ertappe mich immer öfter ...

... dass ich da hängen bleibe. Heute neu dort: ein Artikel über die Propaganda der TASS. Lesens- und sehenswert!

Deutsche Wirtschaft gefährdet Pressefreiheit!

Schlimm, wie die deutsche Wasserbettenindustrie gegen unabhängige, verbraucherorientierte Presseorgane vorgeht. Lest selbst die ganze, erschütternde Geschichte. Und, ja: das ist bitter Ernst gemeint ...

Fein: 600.000 verkaufte OLPC

Zwar kostet das vormals als "100-$-Notebook" bezeichnete Rechnerlein mittlerweile 188 $, aber gerade hat die Regierung von Peru 260.000 Stück bestellt.
Durch ein Sponsoringprogramm namens "Give 1 Get 1" konnten bislang weitere 180.000 Geräte verkauft werden. Bei diesem Programm können Sponsoren zwei Geräte kaufen: eins für sich selber und eins für ein Kind. Ich finde auch 376 $ für ein solches Gerät einen interessanten Preis, für den ich vielleicht den einen oder anderen Gadgetkauf verschieben würde - leider gibt es das Programm nur in den US of A - sonst wären es 600.002 :)
(Foto: olpc.org)

Bang & Olufsen im Second-Life?

Viele Leute haben in den letzten Tagen bei mir nach "Bang & Olufsen" und "Second-Life" gesucht. Das scheint darauf hinzudeuten, dass die Jungs sich eine Niederlassung gebaut haben - werde ich mir heute abend mal ansehen. So oder so wird es berichtenswert sein: entweder grottenschlecht oder bahnbrechend gut :)

Update 21:15: Mannmannmann, da müsste man halt gleich draugekommen sein: Second-Life heißt bei denen das Gebraucht-Gadget-Programm ...

Das Grundsatzprogramm der SPD als Hörbuch

Generalsekretär Hubertus Heil:
Wer nicht lesen will, muss hören!
Die SPD überraschte gestern mit einer an sich witzigen Idee: das eigene Grundsatzprogramm gibt es jetzt als Hörbuch. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: da keiner mit der gedruckten Ausgabe in der U-Bahn damit gesehen werden mag, kann man es bequem per MP3-Player anhören.

Und hier zeigt sich schon, dass die Idee nicht konsequent zu Ende gedacht wurde: die Auslieferung erfolgt auf CDs, so dass man sie zuerst umständlich konvertieren muss, um in den Genuss von Wolfgang Thierses "sonorer Stimme" zu kommen. Immerhin ist die Doppel-CD mit 5,95 Euro recht preiswert.

Montag, 3. Dezember 2007

419 Linktipps für Webdesigner

nicht viel Text, nur ein kleiner Linktipp für Webdesigner zur guten Nacht :) Ich glaube, demnächst werde ich mal das Thema "eigenes Template" angehen ...



via momworks

Vorratsdatenspeicherung - Meinungen und Fakten

Ich bin noch etwas schuldig zu dem Thema. Vorweg noch: ich bin kein Jurist und habe auch nicht den ganzen Tag Zeit, mich mit der Materie zu beschäftigen. Man sehe mir daher Vereinfachungen und missbräuchliche Verwendung von Begriffen nach und kläre mich per Kommentar auf. Aber so geht es halt einem durchschnittlich gebildeten Mitteleuropäer ...

Ich hatte bei der ganzen Diskussion ehrlich nie ganz die Aufregung verstanden. So war für mich "gesetzt", dass der Zugriff auf die Daten nur durch richterliche Anordnung im Einzelfall geschehen soll - wie das im Prinzip heute schon der Fall ist, nur dass die Aufbewahrungsfrist länger würde. Dem ist nicht so. Jeder Ermittlungsbeamte kann offensichtlich wild in den Daten herumschnüffeln, wie er lustig ist. Aber selbst wenn die richterliche Anordnung Voraussetzung wäre: es ist völlig ungeklärt, wie der Zugriff auf die Daten ohne Missbrauch geschehen kann.

Das Amtsgricht Berlin Mitte hat vor kurzem ein interessantes Urteil gefällt, das zunächst nicht direkt etwas mit der Vorratsdatenhaltung zu tun zu haben scheint:
  • Erstens, dass die beim Nutzungsvorgang eines Portals (oder Website oder Internet-Dienstes) erfasste IP-Adresse alleine zwar zunächst noch keinen Rückschluß auf eine Person zulässt, weil dazu noch die Zuordnung beim Access-Provider nötig ist ...
... aber dass ...
  • zweitens diese Zuordnung sehr leicht aufgrund von Missbrauch erfolgen kann - mithin die IP-Adresse ein personenbezogenes Datum sei, diese mithin nicht ohne Zustimmung des Nutzers über den Nutzungsvorgang hinaus gespeichert werden darf.
sic!

Hier hat also ein Gericht das sehr mutige Urteil gefällt, dass etwas, was verboten ist, gleichwohl im echten Leben regelmäßig vorkommen kann. Der Missbrauch ist also übliche Praxis und daher muss ein Urteil auch darauf abstellen. Bislang ist das ein Einzelurteil, das nur die beiden beteiligten Parteien betrifft. Es ist aber davon auszugehen, dass vor anderen Gerichten ähnliche Urteile gesprochen werden.

Als ich das verstanden hatte, musste ich auch meinen Elfenbeinturm verlassen.

Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass die Vorratsdatenhaltung "per se" nicht verkehrt ist. Allerdings ist sie ohne Missbrauchsmöglichkeit unter wirtschaftlichen Gesichtpunkten nicht sinnvoll darstellbar.

Abgesehen davon unterstelle ich auch weiterhin, dass 90 % all derer, die sich aktiv an der Diskussion beteiligen, dies besser hätten bleiben lassen, und zwar zum Vorteil der eigenen Sache: mit Brüllen und Beschimpfungen erreicht man exakt das Gegenteil vom Erwünschten.

Jetzt noch wie versprochen einige Linktipps. Ich denke mal, dass die meisten meiner Leser in der Lage sind, solche Texte nicht kritiklos zu lesen, an einigen Stellen scheint nämlich (nach meiner Meinung) schon ein wenig messianischer Übereifer durch. Das entkräftet aber nicht Argumente und Fakten nicht - und diese überwiegen derzeit aus meiner Sicht.
Ich lasse mir wirklich nicht den Vorwurf machen, ein unreflektierter Nörgler zu sein, der Parolen nachgrölt. Nur hier fällt mir als durchschnittlich aufgeklärter Staatbürger zweierlei auf:
  • Es gibt sehr viel Informationen im Netz "gegen" - und so gut wie kein "für".
  • der "Staat" (hier personifiziert durch die - mit Verlaub - wirklich schlechte Website des Innenministers) ist nicht in der Lage, das Thema im Netz angemessen zu reflektieren.
Und noch eine Anekdote
Bei vorratsdatenspeicherung.de gibt es eine Ergebnisliste der namentlichen Abstimmung im Bundestag - mit einer - für mich - faustdicken Überraschung: Dr. Peter Gauweiler war dagegen - Respekt! In einem Forum wird ein Brief zitiert:
Die "Vorratsdatenspeicherung" in der geplanten Form halte ich - auch aus
meiner beruflichen Erfahrung als Strafverteidiger - mit Blick auf den
erhofften Aufklärungerfolg für ungeeignet.
Der Grundrechtseingriff steht in keinem Verhältnis zum Nutzen der Maßnahme.
Ich werde einer Umsetzung der derzeitigen Pläne bei der Bundestagsdebatte im
Herbst nicht zustimmen.