... zumindest auf Papier. Das Handelsblatt zitiert einen Sprecher des Verlages, wonach die 21. Auflage die letzte gedruckte Ausgabe sein wird. An deren Stelle wird eine kostenlose Web-Version treten, den Umsatz will Brockhaus mit Werbung machen.
Nicht ganz zu Unrecht kann man das als das Ende einer Ära bezeichnen, wenngleich das vielbeschworene "End-of-Print" noch nicht eingetreten sein dürfte: Sogar ich als Papierhasser liebe meine Bücher und würde die Texte eher ungern auf Dingern wie dem hier lesen. Auch war es absehbar: hatte doch Konkurrent Bertelsmann bereits vor dem Jahreswechsel angekündigt, in Kooperation mit dem Spiegel seine Lexika ebenfalls kostenlos ins Netz zu stellen.
Ich muss zugeben, dass mich das schon ein wenig traurig stimmt - mit dem 24-bändigen Brockhaus bin ich aufgewachsen, habe meine Referate und Strafarbeiten gemacht (10 Seiten über Mozart! Weiß ich noch wie heute! Danke Herr Musik-Huber! Hat einen besseren Menschen aus mir gemacht! Echt!), darin gestöbert, wenn mir langweilig war oder den schönen, goldenen Schnitt auf der Oberseite bewundert. Naja, aber dass Computer überhaupt nichts Sinnliches haben, wäre übertrieben, aber irgendwie kein Vergleich: Alte Bücher mag ich nicht wegwerfen (das tut man einfach nicht!), bei alten Gadgets habe ich da weniger Hemmungen. Wobei: meinen Olivetti Quaderno habe ich immer noch irgendow herumliegen ... aber der ist auch eine Designikone.
Mehr bei Golem und fast überall sonst in der Presse.
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