Mittwoch, 27. Februar 2008

Richterspruch zur Online-Durchsuchung

So, jetzt hat sich das Bundesverfassunggericht zur Online-Durchsuchung geäußert. Ich zitiere mal die Grobfassung (die ausführliche ist doch recht lang und kann hier nachgelesen werden:
  • Das allgemeine Persönlichkeitsrecht (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG) umfasst das Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme.
  • Die heimliche Infiltration eines informationstechnischen Systems, mittels derer die Nutzung des Systems überwacht und seine Speichermedien ausgelesen werden können, ist verfassungsrechtlich nur zulässig, wenn tatsächliche Anhaltspunkte einer konkreten Gefahr für ein überragend wichtiges Rechtsgut bestehen. Überragend wichtig sind Leib, Leben und Freiheit der Person oder solche Güter der Allgemeinheit, deren Bedrohung die Grundlagen oder den Bestand des Staates oder die Grundlagen der Existenz der Menschen berührt. Die Maßnahme kann schon dann gerechtfertigt sein, wenn sich noch nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit feststellen lässt, dass die Gefahr in näherer Zukunft eintritt, sofern bestimmte Tatsachen auf eine im Einzelfall durch bestimmte Personen drohende Gefahr für das überragend wichtige Rechtsgut hinweisen.
  • Die heimliche Infiltration eines informationstechnischen Systems ist grundsätzlich unter den Vorbehalt richterlicher Anordnung zu stellen. Das Gesetz, das zu einem solchen Eingriff ermächtigt, muss Vorkehrungen enthalten, um den Kernbereich privater Lebensgestaltung zu schützen.
  • Soweit eine Ermächtigung sich auf eine staatliche Maßnahme beschränkt, durch welche die Inhalte und Umstände der laufenden Telekommunikation im Rechnernetz erhoben oder darauf bezogene Daten ausgewertet werden, ist der Eingriff an Art. 10 Abs. 1 GG zu messen.
  • Verschafft der Staat sich Kenntnis von Inhalten der Internetkommunikation auf dem dafür technisch vorgesehenen Weg, so liegt darin nur dann ein Eingriff in Art. 10 Abs. 1 GG, wenn die staatliche Stelle nicht durch Kommunikationsbeteiligte zur Kenntnisnahme autorisiert ist.
  • Nimmt der Staat im Internet öffentlich zugängliche Kommunikationsinhalte wahr oder beteiligt er sich an öffentlich zugänglichen Kommunikationsvorgängen, greift er grundsätzlich nicht in Grundrechte ein.

Ich weiß noch nicht, wie man es deuten muss: Einerseits gibt es zwar klare Grenzen (keine Durchsuchung nach Raubkopien und starke richterliche Kontrolle), andererseits ist die Online-Durchsuchung als solche grundsätzlich nicht verfassungswidrig. Mal sehen, was das weitere Nachdenken (und die Diskussion) so bringt ...

Ältere Artikel bei mir zum Thema:

Musikindustrie verdient mit Downloads

und zwar gar nicht schlecht. Forrester prognostiziert, dass um 2012 herum die digitalen Vertriebsstrukturen den Verkauf von Plastik überholen. Die Umsätze allein in den USA sollen dann 4,8 Mrd. US$ betragen, während die CDs dann nur noch 3,8 Mrd. US$ einbringen. Weitere 480 Millionen sollen über Musik-Abonnements hereinkommen, also alle Vertriebsformen, wo man nicht den Song kauft, sondern das Recht, ihn anzuhören - letztlich eine Art konfigurierbares Bezahlradio (hey: wenn der Preis passt, finde ich sowas gut!). Forrester begründet das mit zwei Argumenten, für die eigentlich gesunder Menschenverstand auch ausgereicht hätte: die Verbreitung von MP3-Playern und die Abkehr vom DRM.

Jetzt muss es eigentlich nur noch die Musikindustrie kapieren.

Montag, 25. Februar 2008

Nur mal kurz: 108,9




Mich würde wirklich interessieren, warum das bei mir so sprungweise geht: die ganze letzte Woche bin ich bei 109,7 +- 0,2 Kilo gependelt - jetzt wieder fast ein Kilo. Die letzten Male war es genauso ... Hm. Wasserhaushalt? Mal darauf achten muss ...

Mittwoch, 20. Februar 2008

Wissenschaftliche Herausforderungen und der Mensch als solches.

Ein übersichtlicher Artikel zum Thema: Die wissenschaftlichen Herausforderungen im 21. Jahrhundert. Das Thema werde ich mir am Wochenende nochmal genauer anschauen, auf den ersten Blick fällt mir auf: von vierzehn Schlagworten haben fünf etwas damit zu tun, alte Fehler zu korrigieren (Terrorismus, Sicherheit im Internet, CO2 ...). Ein passendes Zitat von Rob Socolow dazu:
Wie gewichtet man die Ausrottung von Armut gegenüber der Aufgabe, den Planeten bewohnbar zu erhalten oder gegenüber der Vermeidung eines Atomkrieges?
Letztlich ein normales Priorisierungsproblem, das wir (ich zumindest) aus dem Alltag kennen: Bevor wir ein Bild malen können, müssen wir erstmal das Atelier aufräumen. Oder: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Irgendwie scheint es, als würden wir Menschen uns immer selber im Wege stehen. Hm. Vielleicht liegt der Trick darin, die Arbeit als Vergnügen zu betrachten?

*Freu*: Moderne Ausgabe von Elite

Auf Golem ist heute zu lesen, dass in diesem Jahr eine moderne Version von Elite angekündigt wird. Soweit die guten Nachrichten.Die schlechte Nachricht: die Auslieferung wird dann wohl noch zwei Jahre dauern. Hrmpf. Naja, ich habe eh´ keine Zeit zum Spielen ...

Dienstag, 19. Februar 2008

Da hat dieser Zumwinkel ...

... also ein bisserl am Fiskus vorbei gemauschelt. Naja, Gelegenheit macht Diebe, er hat es ja eingesehen und so. Geh´ schon kleiner Rabauke. Wenn er sich wenigstens nicht als Moralwächter aufgespielt hätte. Als ich gerade das hier bei SPON gelesen habe, hat es mein ansonsten eher nach Ausgleich und Verständnis strebendes Gemüt schon ein wenig in Wallung gebracht. Den eigentlichen Schaden richten solche Menschen nicht an der Staatskasse an, sondern bei der Moral seiner Mitbürger. Muss ich jetzt immer stutzig werden, wenn mir ein C-Level etwas über Verantwortung, und Vorbildfunktion erzählt? Wie misst man Integrität? Wozu soll man selber noch versuchen, integer zu bleiben?

Mann der Woche in der WiWo war er dann auch noch letzte Woche. Ein Satz aus der Lobeshymne wird sich jetzt wohl nicht bewahrheiten:
Als Reformer von historischer Dimension würde wohl auch Zumwinkel gern in die Geschichte eingehen, wenn er im November seinen Posten räumt.
Das folgende Wort sei mir jetzt bitte vergönnt: Ätsch!

*Seufz* - das ist das Ende ...

Jetzt hat Toshiba erstaunlich schnell der HD-DVD den Rest gegeben. Finde ich gar nicht mal so dumm, denn das tote Pferd weiter zu reiten hätte langsfristig einen Imageschaden für Toshiba bedeutet. Ich denke, es sind eh´ schon haufenweise Leute sauer, dass sie nun auf Technoschrott und wertlosen Plastikscheiben herumsitzen. Aber das hat man davon, wenn man unbedingt "first mover" oder "fast follower" sein will ... naja, ich rede mich leicht, weil ich mir so Kram eh´ nicht leisten kann ...

Jetzt fällt mir noch etwas ein: war da nicht mal was mit Sony und Betamax? Damals, kurz nach dem Krieg? Vielleicht nur ausgleichende Gerechtigkeit ...

Nachtrag, 10.8.2009: So, jetzt hat das ganze ein versöhnliches Ende gefunden.

Einigen wir uns darauf:

diese Manager und Millionäre, das sind doch alles Verbrecher, Gauner und Halunken, die lügen und betrügen um sich einen Vorteil zu verschaffen. Kurz: auch nur Menschen, wie Du und ich.

Montag, 18. Februar 2008

Warum ich dann doch GEZ bezahle ...

... hat viel mit dem bayerischen Rundfunk zu tun, genauer mit B2. Zündfunk ist eh´ klar, aber auch die Wissenschaftsssendungen sind fein. Und das allerfeinste: wenn man was verpasst oder beim Autofahren nicht mehr genug Straße über ist, um eine Sendung zu Ende zu hören, kann man sich diese dann auch herunterladen, nämlich hier.

Freitag, 15. Februar 2008

Tadaaaaah: 109,8!



Die erste runde Grenze ist geknackt, jetzt in großen Schritten zu 105 Kilo! Gleichzeitig markiert dies eine neue Einstufung beim BMI: ich jetzt nicht mehr "Adipositas Grad II" sondern nur noch Grad I. Adipositas heißt letztlich soviel wie "fette Sau", klingt nur besser.

Dienstag, 12. Februar 2008

Brockhaus am Ende ...

... zumindest auf Papier. Das Handelsblatt zitiert einen Sprecher des Verlages, wonach die 21. Auflage die letzte gedruckte Ausgabe sein wird. An deren Stelle wird eine kostenlose Web-Version treten, den Umsatz will Brockhaus mit Werbung machen.

Nicht ganz zu Unrecht kann man das als das Ende einer Ära bezeichnen, wenngleich das vielbeschworene "End-of-Print" noch nicht eingetreten sein dürfte: Sogar ich als Papierhasser liebe meine Bücher und würde die Texte eher ungern auf Dingern wie dem hier lesen. Auch war es absehbar: hatte doch Konkurrent Bertelsmann bereits vor dem Jahreswechsel angekündigt, in Kooperation mit dem Spiegel seine Lexika ebenfalls kostenlos ins Netz zu stellen.

Ich muss zugeben, dass mich das schon ein wenig traurig stimmt - mit dem 24-bändigen Brockhaus bin ich aufgewachsen, habe meine Referate und Strafarbeiten gemacht (10 Seiten über Mozart! Weiß ich noch wie heute! Danke Herr Musik-Huber! Hat einen besseren Menschen aus mir gemacht! Echt!), darin gestöbert, wenn mir langweilig war oder den schönen, goldenen Schnitt auf der Oberseite bewundert. Naja, aber dass Computer überhaupt nichts Sinnliches haben, wäre übertrieben, aber irgendwie kein Vergleich: Alte Bücher mag ich nicht wegwerfen (das tut man einfach nicht!), bei alten Gadgets habe ich da weniger Hemmungen. Wobei: meinen Olivetti Quaderno habe ich immer noch irgendow herumliegen ... aber der ist auch eine Designikone.

Mehr bei Golem und fast überall sonst in der Presse.

Montag, 11. Februar 2008

Android "in echt" zu sehen

Bei Engadget gibt es einige Fotos eines Android-GerätesVersuchsträgers in Aktion zu sehen. Laut Autor sieht es nicht nur schick aus, sondern scheint auch auf "normaler" Hardware (500 MHz-Prozessor) anständig zu laufen - also halt die Teile davon, die fertig sind. Ach so: wer noch nicht weiß, was Android ist: Google ganz eigenes Betriebssystem für Handys und Smartphones, das es ermöglicht, die Reichweite für Google-Werbung von ca. 1 Mrd. mal schnell eben zu verdreifachen. Wenn es so funktioniert wie im Web (Google schenkt mir Funktionalität dafür, dass ich mir vergleichsweise unaufdringliche Werbung anschaue), kann ich damit leben :)

Virtuelle Wirtschaft - mal wieder

Schöner Artikel im Handelsblatt über den Chefvolkswirt von EVE Online, einem Online-Rollenspiel mit SciFi-Hintergrund. Interessant ist dabei, dass es sich mit Eyjolfur Gudmundsson um einen "echten" Ökonomen handelt, dem offensichtlich sein Job als Dekan der Wirtschaftsfakultät an der Universität von Akureyri in Island zu langweilig war. Vermutlich sollten alle Ökonomen das eine oder andere von diesen MORPGs spielen ...
Ich für meinen Teil habe es immer noch nicht geschafft, mir EVE mal anzuschauen, obwohl ich es mir ja vorgenommen hatte.

Ich hätte warten sollen ...

... sagt man sich aber wahrscheinlich immer hinterher und kauft letztlich nie, so ist das heutzutage mit Elektrokram. Nicht, dass ich mit meinem XDA star (respektive HTC Touc Dual) unzufrieden wäre. Die Rahmendaten stimmen, ausreichend Speicher (256/128), schneller Prozessor (400 MHz), gute Software-Ausstattung (der TouchCube und das HTC-Home-Programm machen die Bedienung genauso schön wie bei einem iPhone) und ein - wie ich finde - gefälliges Äußeres. Zumal das ganze ohne Vertrag (ich kaufe nie Handys mit Vertrag - warum? einfach mal nachrechnen!) gerade mal 420 Euronen gekostet hat. Wichtig für Nachahmer: Sofort (!) nach dem Auspacken die mitgelieferte Schutzfolie für das Display aufkleben, es ist definitiv nötig. Ich habe mir gleich eine 8 GB-Speicherkarte zugelegt und die Wikipedia immer dabei, womit ich meinen Ruf als Klugscheißer noch auszubauen gedenke. Und immer noch viiel Platz für MP3s habe. Die eingebaute Kamera indes ist echter Mist, aber das war ja vorher schon klar.

Aber des Guten Feind ist das Bessere: Sony Ericsson hat das
Xperia X1 angekündigt, und das ist noch eine Ecke cooler. Mit vollwertiger Tastatur und guten Leistungswerten. Was mich stutzig macht: das Teil kommt mit Windows Mobile 6 und Micro-SD-Speicherslot. Einfach mal eben Sonys M2 und Symbian über den Haufen geworfen? Wann haben die das entwickelt? Naja, jedenfalls: mag jemand meinen Touch Dual haben? Für 350 Euro?
Nachtrag: Der Posttitel gilt doppelt: ich hätte meine Nachrichtenrunde abschließen sollen. Das Xperia wird von HTC gebaut, somit sind WM6 und Micro-SD eigentlich kein Wunder. Mehr hier bei Engadget.

Freitag, 8. Februar 2008

Martina Schwarzmann - Meine Herren!

Also: für alle, die zumindest halbwegs des bayersichen Idioms mächtig sind, ist es Pflicht, diese DVD zu kaufen. Einfach nur gut! Allein schon dieses Wort: "Arschlochallergie"
Wenn i CSU gwähld hät, war a nix anders gwesn. Blos, wenn i Depp dahoam net gsagt hätt, wos i dann gwählt hob, dadns heit no mit mir redn ...

Mittwoch, 6. Februar 2008

Überraschende Wende im Fall Hundekot

Irgendwie habe ich es mir gedacht, dass da gestern noch nicht alle Fakten auf dem Tisch lagen. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, war es nicht Hundekot, sondern das Kind selber hat sich in der SB-Halle erleichtert. Im Golem-Forum hatte ich ja schon gepostet, dass es immer Sinn macht, auch die andere Seite (in diesem Fall die große, böse Bank) zu hören. Gut soweit. Das ändert aber immer noch nichts am fahrlässigen Umgang mit dem Datenschutz.

Dienstag, 5. Februar 2008

Überwachung mal anders

In Stuttgart hat ein kleines Kind den Vorraum einer Bank mit ... naja, Hundekot verschmutzt. Wie genau, will ich gar nicht wissen. Jedenfalls hat die Bank der Mutter nun kommentarlos eine Rechnung geschickt. Gut, soweit. Man hätte das vielleicht ein wenig sensibler handhaben können (ein Anruf und das Thema wäre vielleicht aus der Welt). Aber: die Bank war nicht nur ein wenig unsensibel, sondern hat sich wohl der Kritik von Datenschützern ausgesetzt. So wie es aussieht, hat man die Adresse der Mutter mit dem Timestamp der Video-Aufzeichnung und den Transaktionslogs des Geldautomaten, den die Mutter bedient hat, herausgefunden - wenn das wirklich so war, sind die Datenschützer nicht ganz zu Unrecht sauer, zumindest hätte man wohl besser mal einen Juristen gefragt. Wobei ich gar nicht uncool fände, wenn Hundekackeliegenlasser fortan immer eine gesalzene Rechnung bekommen würden.
Jetzt ein Bogen zur Vorratsdatenspeicherung. Ich habe wirklich Verständnis für die Bank. Wenn meinem Nachbarn jemand die Autotür zerkratzt, wäre der auch froh, wenn er den Verantwortlichen packen könnte. Ich habe auch Verständnis dafür, dass die Bank Video-Aufzeichnungen vom SB-Terminal macht, denn leider muss heutzutage davon ausgegangen werden, dass SB-Geräte Ziel krimineller Energie sind. Wer nicht weiß, wovon ich hier spreche, dem gehört es nicht anders, wenn ihm demnächst viel, viel Geld, abgehoben von einem ukrainischen Geldautomaten, fehlt.

Aber.

Dieses Beispiel zeigt exemplarisch, warum die Vorratsdatenhaltung keine clevere Idee ist, zumindest keine ausgereifte. Was dazu gedacht ist, schwere Kriminalität zu verhindern, wird nicht vielleicht, sondern wird sicher dazu genutzt, solche Trivialitäten wie in Stuttgart zu verfolgen, wenn es nicht hinreichend kontrolliert wird. Also sollte ein Gesetz wie die Vorratsdatenspeicherung auch diese Kontrolle sicherstellen. Oder gar nicht in Kraft treten, wenn die Kontrolle nicht sinnvoll möglich ist. Womit wir beim klassischen "who-watches-the-watchmen"-Thema wären. Ich gehe mal davon aus, dass dem Bankmitarbeiter gar nicht wirklich klar war, welches Fass er da aufgemacht hat - er war einfach der Nachbar mit der zerkratzen Autotür. Und exakt das ist das Problem: Missbrauch der Daten wird passieren, das scheint sich immer mehr als Axiom herauszustellen.

Ältere Artikel bei mir dazu:
Noch ein paar Links:

Das mit dem Herrn Kerviel ...

... es glaubt doch keiner allen Ernstes, dass der irgendetwas anderes ist als ein Sündenbock? Ich meine, selbst wenn er das ganze eigenmächtig verbockt hätte: was ist das für ein System, das einen Knaben fünf Milliarden verzocken lässt? Haben die keine Compliance-Abteilung? Wobei: wofür die gut ist, kann man ja jeden Tag bei Alex sehen.

Der Herr Konken, mal wieder, und die Verantwortung

Da schau mal einer an, der Herr Konken hat einen Artikel geschrieben. In der aktuellen Ausgabe von "Der Journalist" (Verbandsblatt des DJV) geht es ausnahmsweise um Blogger. Zunächst verständnisvoll:
Blogs sind interessante mediale Bereicherungen, Betreiber von Blogs in totalitären Staaten sichern die Meinungsfreiheit.

Und weiter geht es damit:
Es gibt aber auch solche, die meinen, sie handeln journalistisch, müssten sich dem ungeachtet aber an keine journalistischen Regeln handeln. Sie fühlen sich fälschlicherweise als Gründer eines neuen Journalismus, der keine Grenzen kennt. Eine Meinungsanarchie, die mit Journalismus nichts zu tun hat. Es handelt sich um virtuelle Anarchen, für die eine grenzüberschreitende Meinungsäußerung wichtiger ist als journalistische Sorgfaltspflichten und Persönlichkeitsrechte. Wer diese aber ablehnt, verwirkt seine Rechte als Journalist, mißachtet die ihm mit diesem Beruf übertragene Verantwortung [...] Betätigen sich Journalisten in Blogs oder Foren und öffnen der freien, oft anonymen Meinungsäußerung Tür und Tor, dann haben sie eine besondere Verantwortung. Eine Verantwortung, die darin besteht, in moderierender Weise durch die Themen zu leiten, Verletzungen von Persönlichkeitsrechten zu erkennen und zu ahnden.

Was ich von seinem ersten Ausbruch gehalten habe, ist hier nachzulesen. Kurzfassung: inhaltlich diskutabel, verbale Entgleisung, der Mensch wäre mir, würde ich ihn denn treffen, vermutlich hochgradig unsympathisch.

Jetzt wird mich die Blogosphäre aber hassen: ich empfinde diesen Text fast schon als Zurückrudern, nicht als Verschärfung. Immerhin sind nicht mehr alle Blogger unter Generalverdacht und es ist nur noch ein Teil der Blogosphäre ein Dorn in seinem geschmackvoll und randlos bebrillten Auge. Außerdem muss man ihm zugestehen, dass in den Aussagen ein Kern Wahres steckt: es gibt viel unausgegorene Halbwahrheiten da draussen in der Blogosphäre, mit denen der Konsument erst lernen muss umzugehen. Bei einer Bild-Zeitung weiß man schließlich, was einen erwartet (vielmehr: man erwartet wenig ...), hinter einem seriös anmutenden Blog kann sich schon mal ein verbaler Brandstifter verbergen (BTW: mich würde mal interessieren, warum das Medium nicht stärker von Scientology und sonstigen Spinnern genutzt wird ... oder wird es schon? Ui, ich setze hiermit eine neue Verschwörungstheorie in die Welt!). Das Phänomen kennen wir von der Wikipedia - echt sinnvoll, aber wer sich zu 100 % darauf verlässt, ist selber schuld.

Was stört mich also noch?

Nun ja, zum einen, ich erwähnte es: der Herr Konken ist mir nicht sonderlich sympathisch. Das ist meine Meinung, ich heiße Peter Corticelli und ich kann nicht anders. Nur für den Fall dass Herr Konken das liest, damit er nicht sagen kann, das wäre anonym. Aber kratzen wird ihn das eh´ kaum.

Zum anderen, dass auch der "klassische" Journalismus von solchen Anwürfen frei ist. Wer das Bildblog verfolgt, weiß, was ich meine, und Unsauberheiten passieren überall, auch bei der FAZ, Monitor oder Spiegel. Das ökonomische Prinzip gilt auch bei den Medien, und das Bild vom moralischen Journalisten, der angesichts von Abgabetermin und Zeilenvorgaben allen Verlockungen, Geld und Zeit für Recherchen zu sparen widersteht, ist halt doch ein klein wenig idealisiert. Es gibt auch keine geheime Initiation, bei der ein Journalist einen Eid auf irgendwelche Regeln oder einen Berufsethos schwört.

Es bleibt die Frage nach der Motivation: was treibt den Herrn Konken um? Ein gemeinsames Feindbild aufbauen? Interessant ist, dass er den Begriff des "neuen Journalismus" verwendet, nur um diesen sofort wieder zu negieren. Es soll vermutlich irgendwie väterlich klingen: "Liebe Blogger, ihr spielt ja schön Journalismus, aber jetzt könnt Ihr auch wieder aufhören, denn das ist kein Journalismus". Oder frei nach Richter Roy Bean: "Geh schon kleiner Rabauke!". Damit beantwortet er eine Frage, die niemand gestellt hat: mich würde wirklich eine Erhebung interessieren, wieviele Blogger ihr eigenes Tun als "Journalismus" bezeichnen würden. Aber einerlei, ob das Bloggen nun ein neuer Bürgerjournalismus ist oder nicht, sei für diesmal dahingestellt. Jedenfalls hat Konken Angst davor, stellvertretend für seine Schäfchen. Und auch das ist vermutlich überflüssig.

via cio weblog

Montag, 4. Februar 2008

Bitte lieber Gott ...

... gib, dass das hier ein Spaß ist:
Hip-Office von HK-Ergonomics

Weiter Internet-Probleme im nahen Osten

Zufall oder Absicht? Offensichtlich sind im nahen Osten nach dem Schaden am Mittelmeerkabel vom 30.1. mindestens zwei weitere Störungen aufgetreten, die den Internet-Verkehr behindern. Ziemlich viel Zufall auf einmal, will mir scheinen. Das wäre mal etwas neues: keine Flugzeuge in Wolkenkratzer, sondern einfach Kabel abschneiden. Das macht mir fast ein bisschen Angst.
Mehr bei Golem

Neuer Gegner für den Klimawandel

Der Klimawandel hat einen neuen, ernstzunehmenden Gegner: der Kaiser verstärkt die Front um Al Gore und Greenpeace. Seine PR-Abteilung zitiert ihn mit den Worten:
Falls jemand in nächster Zeit den Klimawandel sehen sollte, richtet ihm bitte aus, daß ich ihn bei unserem nächsten Treffen höchstwahrscheinlich daschlog.
Die Gründe dafür sind indes profaner Natur: stemmt sich Kaiser doch seit geraumer Zeit erfolglos gegen die naturgegebene Vergößerung seines Gesichtes. Dabei hat diese doch auch gute Seiten!

P.S.: ich muss für meine nordeutschen Leser wohl noch das Verb "daschlogn" übersetzen: das heißt ganz profan "erschlagen" und ist als ernstgemeinte Todesdrohung aufzufassen.

Windows Mobile 6.1 mit besserem Browser

... na, das wäre ja mal was - der unter WM6.0 ist echt fast nicht zu gebrauchen. Da Opera richtig viel Geld kostet und Mozilla noch nicht fertig ist, wäre das eine echte Erleichtertung. Nebenbei brint das Update auch einen brauchbaren Taskmanager mit, mit dem man zwischen laufenden Anwendungen wechseln kann - sowas hat nämlich auch gefehlt. Jetzt hoffe ich jetzt mal, dass wir armen WM6.0-Nutzer updaten dürfen. Nein, das ist nicht selbstverständlich. Ihr fragt Euch sicherlich, warum mich das überhaupt interessiert? Mir fällt nämlich just in diesem Moment ein, dass ich Euch mein neuestes Gadget noch nicht vorgestellt habe. Neugierig? Stay tunded ....
Bericht bei Golem

Als kleiner Google-Fanboy ...

... bin ich ein wenig entäuscht darüber, wie die Jungs auf den alten, neuen Wettbewerber Microsoft! (man beachte das Ausrufezeichen!) reagieren. Statt zu sagen: "Hey Jungs, schön, dass Ihr auch mitlaufen wollt!" wie sich das unter Sportsleuten gehört, reagiert man verschnupft und sieht gar den Untergang des Abendlandes gekommen, angesichts der enstehenden marktbeherrschenden Stellung bei E-Mail und Instand-Messengern. Woa, das ist schon ein bisserl eigenartig, oder?
Siehe FTD, Spiegel, heise und Golem
Nebenbei: dass die heftig umworbene Braut Yahoo! sich noch ein wenig ziert, geht in dem ganzen Hype fast ein wenig unter. Es würden auch Alternativen geprüft, so ein Unternehmenssprecher. Gerüchte besagen gar, eine dieser Alternativen sei eine enge Kooperation mit Google ... Hach, ist das aufregend!

Freitag, 1. Februar 2008

Immer, wenn ich glaube ...

... ich hätte zumindest ein grobes Gefühl für die Zusammenhänge der Wirtschaft, kommt so eine Meldung: "Google verfehlt die Erwartungen" rauscht es durch die Presse. Jetzt versuche ich mal, dieses Thema zu verstehen: die Jungs machen 51 % mehr Umsatz (!) und 17 % mehr Gewinn (!) und werden von der Börse abgestraft (9 % Abschlag!). Jetzt könnte man sagen, da ist ein Missverhältnis zwischen Umsatz- und Gewinnsteigerung - aber es ist ja auch so, dass die Jungs im letzten Jahr kräftig investiert haben ... naja, ich muss es ja nicht verstehen.

Das Thema Obst und Gemüse ...

... greift heute der Stern online auf. Kurz zusammengefasst: fünf Portionen Obst und/oder Gemüse am Tag mit einem Gesamtgewicht von 650 Gramm zu sich nehmen senkt viele gesundheitliche Risiken und hilft beim Abnehmen. Nehme ich dankbar an, gerade die kleinen Tipps und Tricks scheinen Praxiswert zu haben: Tomatensaft, Rohkostplatte ...