Bis vor kurzem dachte ich noch, naja, mal seine Version hören. Jetzt hat der Guttenberg gestern moniert, dass der Tod dreier Soldaten neben der Berichterstattung über seine Plagiate zur Randnotiz verkommen sei. Lieber KT: es geht nicht um Euer Durchlaucht kläglichen Versuch, das Selbstwertgefühl mit einem Titel aufzupolstern. Es geht um einen betrügenden Bundesminister. Und das - mit Verlaub - hat sehr wohl die volle Aufmerksamkeit der Presse verdient. Geht es noch erbärmlicher? Ja, sicher: Berlusconi und Gaddafi. In der Reihenfolge.
Was aber fast noch schlimmer ist: das Wahlvolk kümmerts nicht! Da betrügt ein Minister zu seinem eigenen, privaten Vorteil - und wird nach wie vor als Kanzler gehandelt? Und über Berlusconi regt man sich auf ... Mir ist klar, dass insbesondere der Bayer gerne dem Spruch zuneigt: "a Hund is er schon!" und das ganze als skurile Randnotiz abtun möchte. Aber bringt der Stammtischbruder den Spruch immer noch, wenn gegen einen mit ner größeren Klappe und gefälschtem Zeugnis den Kürzeren zieht?
Dienstag, 22. Februar 2011
Lese gerade ...
... dass die Deutsche Bahn über die GDL schimpft. Nun, diese Nachricht dürfte niemanden überraschen. Passiert nicht oft, dass meine Sympathien der Deutschen Bahn gelten. Daher haltet euch fest: ich schimpfe auch über die GDL! Interessiert Euch nicht? So what ...
Montag, 21. Februar 2011
Journalisten-Geblubber
Tut mir leid, ich muss mal wieder ätzen. Heute morgen im Radio, zuerst der nervige Spruch: "... dies wurde aus Kreisen bekannt". Nennt mich altmodisch - aber das ist maulfaul. Früher hieß das mal "wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen bekannt wurde ..." - war zwar damals schon Verlegenheitsdeutsch, ergab aber wenigstens ansatzweise einen Sinn (ja, nicht "machte Sinn"!).
Noch viel schlimmer ist das hier: "... nahmen die Arbeitslosen um 2 % zu." Aha. Wer vorher 100 Kilo wog, wiegt jetzt also 102 Kilo. Ich wollte mich schon ereifern: die sollen arbeiten gehen, nicht fressen! - aber halt: das sollte heißen: "... nahm die Zahl der Arbeitslosen um 2 % zu".
Braucht man als Redakteur heute wirklich kein Sprachgefühl mehr?
Noch viel schlimmer ist das hier: "... nahmen die Arbeitslosen um 2 % zu." Aha. Wer vorher 100 Kilo wog, wiegt jetzt also 102 Kilo. Ich wollte mich schon ereifern: die sollen arbeiten gehen, nicht fressen! - aber halt: das sollte heißen: "... nahm die Zahl der Arbeitslosen um 2 % zu".
Braucht man als Redakteur heute wirklich kein Sprachgefühl mehr?
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